Die Zahlen kamen von der europäischen Sektion der International Association for the Study of Obesity (IASO), zu Deutsch etwa: «Vereinigung zur Erforschung der Fettleibigkeit». Die Vereinigung finanziert sich unter anderem mit Sponsorengeldern aus der pharmazeutischen Industrie. Dass man aus ihrer Liste eine ernst zu nehmende Rangfolge herleiten könne, behauptet nicht einmal IASO-Pressesprecher Neville Rigby. Die IASO hatte auch nie die Absicht, ein solches Ranking zu erstellen, sagte Rigby gegenüber Netzeitung.de, auch seien die Zahlen mit größter Vorsicht zu genießen. Aber die Medien bräuchten einen Aufhänger, um ein so wichtiges Thema wie Fettleibigkeit anschaulich zu machen, so Rigby.
Ernährungswissenschaftler Gerd Mensing vom Robert Koch-Institut der Bundesregierung findet das Problem der deutschen Fettleibigkeit in der Studie übertrieben dargestellt: «Wir sehen nach unseren jüngsten Zahlen, dass etwa 67 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen übergewichtig oder adipös sind, das ist dann fast 10 Prozent geringer als nach Angaben der IASO», erklärte Mensing. (nz)