netzeitung.deSC Magdeburg gewinnt EHF-Pokal

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Johannes Bitter (l.) und Oliver Roggisch feiern. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Johannes Bitter (l.) und Oliver Roggisch feiern.
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Der SC Magdeburg hat noch viel vor. «Wir werden zwei Tage durchtrinken, danach wollen wir noch den Champions- League-Platz holen», sagt Oliver Roggisch.

Der SC Magdeburg hat sein Final-Trauma von 2005 überwunden und zum dritten Mal nach 1999 und 2001 den EHF-Pokal gewonnen. Angeführt vom überragenden Schlussmann Silvio Heinevetter setzte sich der Handball-Bundesligist am Sonntag im Finalrückspiel gegen den spanischen Klub CAI Aragón mit 31:28 (11:10) durch, nachdem sich die Mannschaft von Trainer Bogdan Wenta bereits im Hinspiel ein 30:30 erkämpft hatte.
Neun internationale Titel
Der Champions-League-Sieger von 2002 feierte den neunten internationalen Titel seiner Vereinsgeschichte. Auf europäischer Bühne ist nur noch der deutsche Rekordmeister VfL Gummersbach mit zehn Siegen erfolgreicher. Bester Magdeburger Werfer vor 7838 Zuschauern in der ausverkauften Bördelandhalle war Grzegorz Tkaczyk mit sechs Toren.

«Wir haben lange gewartet die letzten Jahren. Das war so ziemlich der einzige Titel, der möglich war für uns. Ich muss mich jetzt richtig freuen und es auskosten, denn in absehbarer Zeit wird dies wohl nicht mehr möglich sein», sagte Stefan Kretzschmar. Damit hat sich das Desaster vom 7. Mai 2005 - damals verlor der SCM gegen TuSEM Essen nach einem 30:22-Hinspielsieg in letzter Sekunde noch den Titel (22:31) - nicht wiederholt. Weltmeister Oliver Roggisch meinte: «Wir werden zwei Tage durchtrinken, danach wollen wir noch den Champions- League-Platz holen. Alle haben sich für diesen Titel den Arsch aufgerissen.»

Erst in der dritten Minute eröffnete Kretzschmar mit einem Rückhandwurf den Torreigen. Aber wer geglaubt hatte, die Gastgeber würden zu einem Sturmlauf ansetzen, wurde enttäuscht. In der Offensive gelang so gut wie gar nichts. Allein Torhüter Silvio Heinevetter war es zu verdanken, dass Aragón nach einer 8:5-Führung (20.) nicht noch weiter davon zog. Auch nach dem Wiederanpfiff war es erneut Heinevetter, der mit vier Glanzparaden seine Mannschaft im Spiel hielt.

Beim 21:17 (44.) konnten sich die Magdeburger erstmals mit vier Toren absetzen, verpassten es anschließend durch eigene Unzulänglichkeiten aber, frühzeitig sich abzusetzen (22:21/50.). Erst drei Minuten vor Schluss sorgten Yves Grafenhorst und Christian Sprenger mit zwei Kontern hintereinander für die Vorentscheidung. «Davon habe ich mein ganzes Leben geträumt. Ich war früher Fan und habe selbst auf dem Balkon zugejubelt. Jetzt kann ich das alles selber mitmachen», sagte Christoph Theuerkauf. Der überragende Heinevetter stellte fest: «Wir haben als Mannschaft gewonnen. Für einige war es aber der erste Titel. Selbst zwei Minuten vor Schluss war noch alles offen.» (dpa)