29.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Staatssekretär August Hanning
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Bundesinnenministerium hat am Sonntag Medienmeldungen über einen drohenden Terroranschlag in Deutschland entkräftet. «Dafür gibt es keinen neuen Anlass.»
Die Rotzeile im Fernsehen ist alarmierend: «Terrorwarnung für Deutschland. Nach Recherchen von 'RTL aktuell' haben die deutschen Sicherheitsbehörden konkrete Hinweise auf einen Terroranschlag in der Bundesrepublik. Attentäter möglicherweise schon in Deutschland.» Das Bundesinnenministerium hat prompt reagiert und Berichte über angeblich neue konkrete Hinweise für einen in Deutschland geplanten Terroranschlag zurückgewiesen.
«Dafür gibt es keinen neuen Anlass», sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag in Berlin. In Deutschland bestehe unverändert die grundsätzlich hohe abstrakte Gefahr eines Terroranschlags. Die Situation habe sich in den letzten Tagen jedoch nicht verändert.
«RTL aktuell» hatte unter Berufung auf nicht näher bezeichnete «zuverlässige Kreise» berichtet, Attentäter bereiteten sich derzeit «auf eine Einreise nach Deutschland vor oder sind bereits im Land eingetroffen».
Der Sprecher des Innenministeriums wies darauf hin, dass es lediglich am 20. April die bereits veröffentlichte konkrete Warnung vor Anschlägen auf US-Einrichtungen in Deutschland gegeben habe. Die Sicherheitsvorkehrungen seien daraufhin angehoben worden. Um die Warnung vor Anschlägen auf US-Einrichtungen sei es auch im RTL-Interview mit dem Staatssekretär im Bundesinnenministerium, August Hanning, gegangen.
Bekannte ErkenntnisseHanning hatte nach Angaben des Senders gesagt: «Eines der Szenarien für terroristische Anschläge, mit denen wir uns auseinander setzen müssen ist eben das Szenario, dass hier logistisch vorbereitet wird und Leute von außen verschleiert einreisen, um Anschläge zu begehen, um dann gleich wieder auszureisen.» Hanning hatte hinzugefügt: «Ich fürchte, dass wir auch in Deutschland mit Terroranschlägen werden rechnen müssen, aber alle unsere Bürger können sicher sein, dass wir alles erdenkliche tun um diesen Zeitpunkt so lange wie möglich aufzuschieben.»
Es handele sich um bereits bekannte Erkenntnisse, sagte der Ministeriums-Sprecher. Der Sender habe entsprechende Äußerungen von Innen-Staatssekretär August Hanning «etwas überinterpretiert».
Auf der Grundlage der vorliegenden Kenntnisse seien bereits die Sicherheitsvorkehrungen für US-Einrichtungen erhöht worden. Entsprechende Maßnahmen waren am Freitag vergangener Woche bekannt geworden. «Wir unternehmen diese Schritte als Reaktion auf eine erhöhte Bedrohungslage», hatte ein Botschaftssprecher erklärt. (dpa/AP/nz)