Demonstranten sprengen Bundestagsdebatte
27.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Sitzung wurde kurze Zeit später abgebrochen - jedoch nicht wegen der Protestaktion, sondern weil das Parlament wegen zu weniger Abgeordneter nicht beschlussfähig war. Auf Antrag der FDP sollte Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zur Debatte über die Kinderbetreuung zitiert werden. Mit Abstimmung per «Hammelsprung» wurde der Antrag zwar abgelehnt, aber gleichzeitig auch die Beschlussunfähigkeit des Parlaments festgestellt.
Eigentlich debattierten wollte das Plenum die von der Bundesfamilienministerin geplante verbesserte Kleinkinderbetreuung und deren mögliche Finanzierung. Kritik ausgelöst hatte ein Bericht, demnach bereits geplante Bundeszuschüsse für den Krippenausbau gekürzt werden sollten. Die Sprecher von Familien- und Finanzministerium wiesen einen entsprechenden Zeitungsbericht am Freitag allerdings als Spekulation zurück. Zur Höhe der Bundesbeteiligung wollten sie sich nicht äußern. Am 9. Mai werde es ein Gespräch von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und von der Leyen geben, sagte ein Sprecher der Familienministerin. Thema werden soll die Finanzierung auch bei der nächsten Koalitionsrunde am 14. Mai.
Da aber nur 268 Abgeordnete anwesend waren, erklärte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse das Parlament für nicht beschlussfähig. Es hätten mindestens 300 Abgeordnete anwesend sein müssen. Die Sitzung wurde beendet. (dpa/AP)

