Von der Leyen rückt von Kita-Versprechen ab
Von der Leyen hatte sich Anfang April beim so genannten Krippengipfel mit Ländern und Kommunen darauf verständigt, die Zahl der Kindergartenplätze für unter Dreijährige bis zum Jahr 2013 auf etwa 750.000 Plätze zu verdreifachen. Bislang erweckte die Ministerin stets den Eindruck, als werde der Bund etwa ein Drittel der Gesamtkosten von jährlich drei bis vier Milliarden Euro tragen. Nach ihrem jetzigen Konzept wären es anfangs noch rund 620 Millionen Euro im Jahr. Bis 2013 würde sich die Summe auf knapp 600 Millionen Euro verringern.
Der Deutsche Städtetag drängt indes auf Finanzzusagen des Bundes. «Bei der Kinderbetreuung muss der Bund den Kommunen helfen», sagte Städtetags-Präsident Christian Ude (SPD) der «Berliner Zeitung». Er müsse die Mehreinnahmen, die es durch die Steigerung der Steuereinnahmen geben werde, für dieses Ziel verwenden. «Der Bund hat sich selber in den Vordergrund gedrängt, Erwartungen geweckt und Versprechungen gemacht. Da kann er sich jetzt nicht davonstehlen», sagte Ude.
Die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) fordert wie ihre Partei auf Bundesebene einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Nur dieser garantiere, dass alle Kommunen den Ausbau der Kleinkinderbetreuung vorantreiben und Eltern unabhängig vom Wohnort wirkliche Wahlfreiheit haben, sagte Diekmann dem «Handelsblatt». Die Union in Bund und Ländern ist jedoch strikt gegen einen Rechtsanspruch. Auch die kommunalen Spitzenverbände waren zumindest bisher zurückhaltend. (nz/dpa)

