25.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
CDU unbeeindruckt von Zweifeln an Erhard
Zweifel an der CDU-Mitgliedschaft des ehemaligen Bundeskanzlers Erhard lassen die Christdemokraten kalt. Die FDP sieht die neuen Erkenntnisse dagegen als Vorteil für den «Vater des Wirtschaftswunders».
Die Bundes-CDU hat gelassen auf einen Bericht reagiert, wonach Ludwig Erhard niemals der CDU angehört haben soll. «Ob man nun in alten Archiven noch einen Mitgliedausweis findet oder nicht, ist unerheblich», sagte die Sprecherin der CDU, Elisabeth Stelter, im Gespräch mit Netzeitung.de. Es sei vielmehr «historisch unwiderlegbar», dass der ehemalige Bundeskanzler nicht nur CDU-Vorsitzender gewesen sei, sondern «die Geschichte der CDU maßgeblich geprägt hat».
FDP-Chef Guido Westerwelle kommentierte den Bericht über die Nichtmitgliedschaft des früheren Wirtschaftsministers süffisant, «jetzt ist es raus». Damit müsse sich Erhard «wenigstens nicht im Grabe umdrehen, wenn er die Wirtschaftspolitik der Union von heute sieht», sagte Westerwelle der Tageszeitung «Die Welt».
Zuvor war bekannt geworden, dass der langjährige Bundeswirtschaftsminister und zweite Bundeskanzler offenbar niemals der Partei beigetreten ist, der er 1966/67 als Vorsitzender und von 1967 bis 1977 als Ehrenvorsitzender diente.
So sagte Horst Friedrich Wünsche, Geschäftsführer der Bonner Ludwig-Erhard-Stiftung und letzter wissenschaftlicher Mitarbeiter des Politikers, dem Magazin «Stern»: «Erhard ist niemals einer Partei beigetreten.» Günter Buchstab, der als Leiter des wissenschaftlichen Dienstes der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung das Parteiarchiv der CDU verwaltet, betonte ebenfalls, dass sich eine CDU-Mitgliedschaft Erhards «aktenmäßig nicht nachvollziehen» lasse. Seines Wissens habe Erhard an die CDU auch «keine Beiträge gezahlt».