25.04.2007
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Der Mensch dürfe nicht zum Objekt gemacht werden, sagt Unionfraktionschef Kauder. Die Vorschläge des Ethikrates zur gesetzlichen Neuregelung für die Organspende lehnt er daher ab.
Die Union hat den Vorschlägen des Nationalen Ethikrates, die Praxis der Organspende in Deutschland hin zu einem Automatismus zu ändern, eine Absage erteilt. «Die Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes bei der Organspende, wie sie vom Ethikrat jetzt vertreten wird, schadet dem Anliegen eher, als dass sie ihm nützt», sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU). Entscheidend sei vielmehr, dass der Mensch auch über den Tod hinaus nicht zum Objekt werde. «Wer sich nicht ausdrücklich erklärt hat, dessen Zustimmung zur Organspende darf nicht einfach vorausgesetzt werden.»
Der Ethikrat hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, dass Verstorbenen künftig Spenderorgane entnommen werden dürfen, wenn sie dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen haben. Angehörige sollten eine Entnahme jedoch auch noch nach dem Tod des potenziellen Spenders stellvertretend verweigern können.
Auch die Grünen kritisierten dieses Modell. Der Vorschlag des Ethikrates sei «ein Anschlag auf das verfassungsrechtlich garantierte Selbstbestimmungsrecht des Menschen», heißt es in einer Presseerklärung der zuständigen Sprecherinnen Biggi Bender und Elisabeth Scharfenberg. Das Ziel, mehr Organspenden in Deutschland zu erhalten, könne auch auf anderem Wege erreicht werden.
«Eine Widerspruchslösung durch die Hintertür halte ich nicht für ratsam», wies auch der Ethik-Experte der CDU, Hubert Hüppe, den Vorstoß zurück. Die Regelung der Organspende ausschließlich nach Zustimmung des Betroffenen sei gesellschaftlicher Konsens in Deutschland. Außerdem sei die Zahl der Entnahmen von Nieren, Lebern und Herzen im vergangenen Jahr gestiegen, betonte der Politiker in der «Rheinischen Post».
Kauder legte wert auf die Feststellung, dass er nicht grundsätzlich gegen Organspende sei. Im Gegenteil: Als Christ gelte für ihn das Gebot der Nächstenliebe. Diese legen ihm «natürlich eine Entscheidung zugunsten der Organspende nahe», betonte der CDU-Politiker. Wertkonservative Christen sollten daher «für die Organspende werben und nicht die Menschen in Geiselhaft nehmen». (nz/epd)