FDP will nach Morden mehr Druck auf Türkei
Nach dem Mord an den drei Mitarbeitern eines christlichen Bibelverlages im osttürkischen Malatya nahm die Polizei unterdessen fünf weitere Männer fest. Damit sei die Zahl der Tatverdächtigen auf zehn gestiegen, sagte der zuständige Gouverneur. Es lägen keine Vorstrafen gegen die Beschuldigten vor. Nach möglichen Hintermännern oder auftraggebenden Organisationen werde gefahndet.
Einige der Festgenommenen haben Medien zufolge ein Geständnis abgelegt. Sie hätten erklärt, aus religiös-nationalistischen Motiven gehandelt zu haben, berichtet der Fernsehsender CNN-Turk. Demnach betrachteten die Verdächtigen die christliche Missionsarbeit der Opfer als Angriff auf die nationale Einheit der muslimischen Türkei. Unter den Toten ist auch ein deutscher Übersetzer, der seit einigen Jahren in Malatya lebte.
Der FDP-Politiker Goldmann nannte den Anschlag «ein bestialisches und menschenverachtendes Verbrechen, das schnellstens zur Gänze aufgeklärt werden» müsse. «Der Rechtsstaat muss sich auch in der Türkei bewehren.» Goldmann warnte, solche «feigen Verbrechen» entstünden leichter in einem «Klima der Intoleranz». Er kritisierte in diesem Zusammenhang, dass es nach wie vor in der Türkei «große Probleme» mit der Akzeptanz von kulturellen und religiösen Minderheiten gebe. «Nicht muslimische Glaubensgemeinschaften werden nach wie vor rechtlich oder tatsächlich benachteiligt oder gar drangsaliert», so Goldmann.
Für das Web ediert von Dietmar Neuerer

