netzeitung.deAuch Merkel will Friedensnobelpreis für Kohl

 Herausgeber: netzeitung.de

Merkel mit Lehrmeister Kohl ^ (<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Merkel mit Lehrmeister Kohl ^

Quelle: NZ Netzeitung GmbH

EU-Kommissionspräsident Barroso hatte den Vereinigungs-Kanzler für die Ehrung vorgeschlagen. Es gab Zustimmung dafür, aber auch heftige Kritik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt den Vorschlag für eine Verleihung des Friedensnobelpreises an Alt-Kanzler Helmut Kohl. Die Bundeskanzlerin würde sich auch persönlich über eine derart hohe Auszeichnung für Kohl freuen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in der «Bild»-Zeitung.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte Kohl für die Auszeichnung vorgeschlagen und dies mit seinem Beitrag für den Frieden in Europa begründet. Merkel war zu Kohls Regierungszeiten Umweltministerin.

Der Europa-Abgeordnete Elmar Brok (CDU) geht von Zustimmung aus – zumindest im Europäischen Parlament. « Zuvor hatte schon der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber den Vorstoß von Barroso unterstützt. Auch CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hatte von einer «ausgezeichneten» Idee gesprochen. Auch CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer unterstützte den «großartigen Vorschlag nachhaltigst».

Widerspruch war aus den Reihen der Grünen und der Linkspartei gekommen. Seine erste Assoziation beim Thema Friedensnobelpreis sei nicht gerade der Altkanzler, sagte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck im Gespräch mit Netzeitung.de. Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin sagte, der Altkanzler könne hinsichtlich der deutschen Einheit nicht die Früchte einsammeln, die die ostdeutsche Bürgerbewegung oder der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow ernten müssten. Linksfraktionsvize Petra Pau hatte Barrosos Vorschlag mit Verweis auf Kohls Sicherheitspolitik kritisiert, die er von nationaler Verteidigung hin zu weltweiter Intervention modifiziert habe. (nz)