30.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Sudanesische Flüchtlinge aus Darfur
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine neue UN-Expertengruppe soll einen Ausweg aus dem Konflikt im Südsudan finden. Die EU setzte sich aber nicht mit der Forderung durch, der Regierung in Khartum Menschenrechts-Verbrechen vorzuwerfen.
Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen unternimmt einen neuen Anlauf, um die Lage in der sudanesischen Krisenregion Darfur zu untersuchen und zu verbessern. Ohne Gegenstimme verabschiedete das Gremium am Freitag in Genf eine Resolution, die auch die Bildung einer neuen Expertengruppe vorsieht.
Die Resolution kam allerdings erst zu Stande, nachdem Deutschland im Namen der EU davon abgesehen hatte, die Regierung in Karthum ausdrücklich für Verletzungen der Menschenrechte verantwortlich zu machen. Diplomaten verwiesen aber darauf, dass man sich auf einen Bericht von Menschenrechtsexperten unter Führung der Nobelpreisträgerin Jody Williams beziehen werde, der solche Verletzungen anprangert.
Die Gruppe hatte Darfur nicht bereisen können, weil für einen Teilnehmer kein Visum ausgestellt wurde. Der Rat beschloss, dass sich die neue Gruppe aus den UN- Beauftragten für die Rechte von Kindern in bewaffneten Konflikten, gegen unrechtmäßige Hinrichtungen, für die Verteidigung der Menschenrechte, für die Menschenrechte für Inlands-Vertriebene, gegen die Folter und gegen die Gewalt an Frauen zusammensetzen soll. Sie soll von der UN-Beauftragten für die Menschenrechte im Sudan, Sima Samar, geführt werden.
Mehr als 200.000 Tote seit 2003Die Regierung des Sudan sagte in Genf ihre Unterstützung zu. Den Regierungstruppen und den Milizen werden schwere Menschenrechtsverletzungen an der Zivilbevölkerung vorgeworfen, was Karthum weitgehend zurückweist. Seit 2003 sollen mehr als 200.000 getötet und rund 2,5 Millionen vertrieben worden sein.
In der Resolution heißt es, der Rat drücke seine tiefe Sorge über die «anhaltende Verletzung von Menschenrechten und der internationalen humanitären Gesetze in Darfur» aus. Dazu gehörten bewaffnete Angriffe auf die Zivilbevölkerung und Hilfskräfte, die Zerstörung von Dörfern, Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie die Tatsache, dass die Verursacher nicht zur Rechenschaft gezogen würden.
Flugzeugentführung gescheitertEin Sudanese aus Darfur versuchte unterdessen vergeblich, ein Passagierflugzeug mit 248 Insassen in seine Gewalt zu bringen. Der Mann sei mit einem Messer in das Cockpit des Airbus eingedrungen und habe versucht, die in Libyen gestartete Maschine nach Südafrika zu entführen, teilte die Polizei am Freitag in Khartum mit.
Das Bordpersonal habe mit dem Mann verhandelt, so dass das Flugzeug wie geplant in Khartum landen konnte, hieß es. Sicherheitsbeamte hätten den 39-Jährigen festgenommen. Bei dem Vorfall sei niemand zu Schaden gekommen. Laut Polizei war der Täter geistig verwirrt, seine Motive seien unklar.
Im Januar hatte ebenfalls ein Sudanese aus Darfur ein Flugzeug entführt. Die Maschine landete schließlich in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena. Der Entführer wollte nach eigenen Angaben auf das Schicksal der Menschen in der Krisenregion aufmerksam machen. (dpa)