netzeitung.dePauli greift wegen Latex-Fotos Zeitschrift an

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Die Fürther Landrätin Pauli hat das Magazin «Park Avenue» nach dem Abdruck erotischer Porträts attackiert. Die schöne CSU-Rebellin sieht sich böse getäuscht.

Die Stoiber-Kritikerin und Fürther Landrätin Gabriele Pauli (CSU) hat sich von Illustrierten-Aufnahmen distanziert, die sie im Stil einer Domina zeigen. Der Titel «St. Pauli» in der Überschrift «verbunden mit sehr gezielten Fotoausschnitten und einigen Textpassagen» erweckten bei vielen Betrachtern eine Assoziation, die sie nicht hinnehmen könne, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an die Zeitschrift «Park Avenue».

Die Aufnahmen zeigen Pauli unter anderem in Latex-Handschuhen und mit einer gemalten Gesichtsmaske, dazu trägt sie allerdings eine ganz konventionelle weiße Bluse und einen Seidenrock.

«Auf jeden Fall hätten Sie die provokante Aufmachung mit mir absprechen müssen und mir den Text zur Autorisierung vorlegen müssen», betonte sie in dem Brief. Während jedoch Fernsehsender und Zeitungen bereits mit Abzügen beliefert worden seien, habe sie selbst bis heute keinen Abzug. «Der Stil erweckt bei mir den Eindruck, dass zur Steigerung der Auflage und des Bekanntheitsgrades ein Weg gewählt wurde, der die Grenze seröser Berichterstattung überschreitet, ungeachtet des Ansehens meiner Person», kritisierte Pauli.

Die Zeitschrift «Park Avenue» wies Paulis Vorwürfe zurück, die veröffentlichten Fotos und Texte ohne Autorisierung gedruckt zu haben. Sämtliche Zitate seien freigegeben worden, das Büro Paulis habe die Veröffentlichung der Bilder in anderen Medien schriftlich erlaubt, teilte die Redaktionsleitung am Mittwoch in Hamburg mit. Zum Zusammenspiel zwischen Text und Bildstrecke habe Pauli gesagt: «Es ist genau das richtige Kontrastprogramm.»

Auf Ablehnung stießen die Fotos auch in der CSU. Bundestagsabgeordnete der Christsozialen bewerteten die Aufnahmen als indiskutabel und erklärten, damit habe sie sich «selbst gerichtet». Pauli könne nicht damit rechnen, jetzt noch höhere Ämter in der CSU zu erreichen.

Dagegen meinte der bayerische SPD-Vorsitzende Ludwig Stiegler, er gönne Pauli «das späte Erlebnis, als schöne Frau in einem Magazin abgelichtet zu werden». Das sei der Traum jedes 16-jährigen Mädchens. «Und warum soll nicht eine um ein paar Jahre gereiftere Frau auch solche Träume haben?», sagte er dem Nachrichtensender N24. (nz/dpa)