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Berlin wirbt für Dialog mit Palästinensern

24. Mrz 2007 07:40
Palästinenserpremier Hanija
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Das Ringen um Entspannung in Nahost ist durch die Vorbedingungen belastet. Die Palästinenserregierung ist weitgehend isoliert, solange sie nicht Israel anerkennt. Die Linkspartei hält dies für einen Fehler.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat sich für einen Dialog der internationalen Gemeinschaft mit Mitgliedern der neuen Palästinenser-Regierung aus Fatah und Hamas ausgesprochen.

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Bei einem Treffen mit dem Vize-Premierminister Azzam Al-Ahmad (Fatah) bezeichnete sie den Dialog als Voraussetzung dafür, «dass der weitere wirtschaftliche Zerfall und die Erosion staatlicher Strukturen aufgehalten werden kann». Dabei erinnerte Wieczorek-Zeul an die Notwendigkeit, dass die Palästinenser die Kriterien des Nahost-Quartetts aus UN, EU, USA und Russland in der Praxis umsetzen. Dazu gehören Gewaltverzicht sowie die Anerkennung des Existenzrecht Israels und der bestehenden Vereinbarungen.
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Die Linkspartei forderte dagegen einen Dialog ohne Vorbedingungen. «Europa sollte dem Beispiel Norwegens folgen und offizielle Kontakte aufnehmen», sagte der Linkspartei-Außenpolitiker Norman Paech auf Netzeitung.de. Europa solle zudem «alle Sanktionen gegen die Autonomiebehörde ohne Vorbedingungen» aufheben.

Norwegen hatte kürzlich einen Staatssekretär zu einem Besuch der neu gebildeten Palästinenserregierung entsandt. Das zuvor aufgelöste Kabinett war von Europa bisher finanziell und diplomatisch boykottiert worden. Die Finanzblockade kündigte die EU an, aufrechtzuerhalten. Lediglich bei den politischen Kontakten kündigte Deutschland als EU-Ratspräsidentschaft Einlenken an. Paech ist das zuwenig. «Der Wille allein reicht nicht, es muss konkret begonnen werden.»

Ziel: Zwei Staaten

Die Verantwortung Deutschlands bestehe darin, auf Israel einzuwirken, den Palästinensern ihren Anteil am Zoll- und Steueraufkommen zu überweisen und «einen Weg zu einer Zusammenarbeit zu finden», sagte Paech. Auch die Ministerin hob hervor, es sei für die Zukunft wichtig, die Finanzierung der Palästinensischen Autonomiebehörde sicherzustellen. Darauf habe auch die Weltbank hingewiesen. Sie bekräftigte: «Das politische Ziel für den Nahen Osten müssen zwei existenzfähige, einander anerkennende Staaten Israel und Palästina sein.» Europa hatte von den Palästinensern neben einem Gewaltverzicht immer wieder verlangt, Israel in seinen Grenzen anzuerkennen. Eher werde der Boykott nicht enden. Auch Israel schließt jede Anerkennung der neuen Palästinenserregierung aus.

In der Frage, ob Anerkennung eine Vorbedingung sein kann, differenziert der Jurist Paech: «Die Frage des Existenzrechts kann nur am Ende eines Verhandlungsprozesses stehen, ebenso die Frage der Grenzziehung.» Es entspreche internationalen Gepflogenheiten, nur die Anerkennung der Existenz zu verlangen und nicht des Existenzrechts. Denn dies sei eine «verbale Überhöhung».

Humanitäre Hilfe

Israelis und Palästinenser erwarten in den kommenden Tagen ranghohe ausländische Politiker, die Chancen für Fortschritte ausloten wollen. US-Außenministerin Condoleezza Rice, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die deutsche Bundeskanzlerin und EU-Ratsvorsitzende Angela Merkel wollen mit führenden Politikern beider Seiten reden.

Das Nahost-Quartett aus USA, die EU und Vereinten Nationen sprach sich für eine Fortsetzung der humanitären Hilfsleistungen an bedürftige Palästinenser über dritte Organisationen aus. Der noch gegen die alte Palästinenserführung verhängte Finanzboykott blieb bestehen.

Waffenruhe vereinbart

Das Quartett will die neue Regierung, auf die sich Hamas und Fatah Anfang Februar in Mekka verständigt hatten, nicht nur nach den Erklärungen, sondern danach bewerten, ob sie sich zu einem verlässlichen Partner bei den Friedensverhandlungen mit Israel entwickelt.

Die rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas hatten nach neuen Schießereien im Gazastreifen erneut eine Waffenruhe vereinbart. Am Freitag habe sich die Lage beruhigt, verlautete aus Polizeikreisen in Gaza. Seit Mittwoch hatte es wieder mehrfach gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Fraktionen gegeben, die vor einer Woche eine Einheitsregierung gebildet hatten. (nz)

 
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