netzeitung.deKanada will mehr als nur deutsche Tornados

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Deutsche Soldaten in Afghanistan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Deutsche Soldaten in Afghanistan
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Die CDU geht davon aus, dass Deutschland mehr als nur Tornados in den Süden Afghanistans schicken muss. Kanada und Norwegen haben schon erste Forderungen gestellt.

Die Bundesregierung muss sich auf neue Forderungen der Nato-Partner einstellen, ihr Engagement in Afghanistan zu verstärken. Die Nato-Länder Norwegen und Kanada hätten in Berlin bereits nachgefragt, ob die Bundeswehr zusätzlich zu den sechs Aufklärungs-Tornados auch Wiederaufbauteams der Bundeswehr in den umkämpften Süden des Landes schicken könnte, berichtete das «Handelsblatt» am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise.

Am Freitag entscheidet der Bundestag über die Entsendung von Tornados. Bislang sind in Afghanistan 3000 Bundeswehrsoldaten stationiert, vorwiegend jedoch im sichereren Norden des Landes. Vor wenigen Tagen hat die Nato ihre «Frühlings-Offensive» gegen die radikal-islamischen Taliban-Kämpfer im Süden und Osten Afghanistans gestartet. Damit sollen auch in diesen Regionen die Voraussetzungen für einen erfolgreicheren zivilen Aufbau in einem sicheren Umfeld geschaffen werden

Offiziell gibt noch keine Anfrage für eine weiter gehende Unterstützung im Süden. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Bündnispartner angesichts der erwarteten harten Kämpfe uns bitten, sie kurzfristig auch im Süden zu unterstützen», zitiert das «Handelsblatt» den stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzende Andreas Schockenhoff(CDU). Nach dem Mandat der von der Nato geführten Internationalen Schutztruppe kann die Bundeswehr für zeitlich und im Umfang begrenzte Unterstützungsmaßnahmen in ganz Afghanistan eingesetzt werden. «Dann sollten wir auch in der Lage sein, effektiv und robust zu helfen.»

Auch der Norden «gefährlich»
Schockenhoff betonte jedoch, der erwartete Beschluss über den Tornado-Einsatz sei keine Vorentscheidung über darüber hinausgehenden militärische Schritte der Bundeswehr in Afghanistan. «In jedem Fall muss bei jeder Nato-Anfrage geprüft werden, ob sie politisch gewollt, und personell sowie militärisch überhaupt machbar wäre», sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Kolbow. «Wenn ich auf die erwarteten Neinstimmen in der SPD bei der Tornado-Abstimmung schaue, dürfte die Neigung dazu nicht sehr groß sein – bei mir auch nicht.»

Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte über ein verstärktes deutsches Engagement in Afghanistan durch den Tod eines deutschen Entwicklungshelfers im Norden Afghanistans. «Der Vorfall zeigt vor allem, dass auch das Engagement der Deutschen im Norden gefährlich ist», sagte Kolbow. (nz)