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Lupe Wer ist Bischof Mixa?

Der Augsburger Bischof Mixa nennt die Familienministerin «ideologisch verblendet», weil sie mit ihrem Konzept zur Kinderbetreuung Frauen zu «Gebärmaschinen» degradiere. Warum sagt Mixa das? Wer ist dieser Mann?

Der heftige Angriff des Augsburger Bischofs Walter Mixa auf die Familienministerin kommt nicht von ungefähr. Mixa liebt deutliche Worte - vor allem dann, wenn es darum geht, Traditionelles zu bewahren.

Wenn er Ursula von der Leyen (CDU) vorwirft, sie degradiere Mütter zu reinen «Gebärmaschinen», nur weil sie sich für mehr staatliche Kinderbetreuung einsetzt, dann hat er zweierlei im Sinn. Er versucht, die langsam abflauende Debatte über das Profil der konservativen Parteien zu befeuern, um damit den Fokus auf das Eigentliche zu richten: die christlichen Werte, die nicht unter die Räder kommen dürfen.

Die Familienpolitik liegt dem temperamentvollen Bischof, der sich selbst als «kultivierten Konservativen» bezeichnet, schon lange am Herzen. Dabei schreckt er auch nicht vor unbequemer Kritik zurück und verweist gerne auf seine eigenen Seelsorge-Erfahrungen mit Familien und Alleinerziehenden während seiner Zeit als Priester im Bistum Augsburg. Die CSU warnte er schon mehrfach, sich nicht mit dem Zeitgeist zu verbünden und den Familienbegriff zu verwässern. Dies würde ihrer katholischen Stammwählerschaft bestimmt nicht gefallen, schickte er als Warnung hinterher.

Die Berufung Mixas auf den Augsburger Bischofsstuhl im Oktober 2005 war die erste Personalentscheidung von Papst Benedikt XVI. in seiner Heimat Bayern. Zuvor war der als Workaholic bekannte Geistliche seit 1996 Bischof in Eichstätt und damit auch Großkanzler der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der einzigen katholischen Universität im deutschen Sprachraum.

Theologisch und kirchenpolitisch liegt Mixa ganz auf der Linie des Papstes. Bereits kurz nach dem Tod von Johannes Paul II. machte Mixa in kleiner Runde kein Hehl aus seinem Wunschnachfolger: Joseph Ratzinger. Im Konflikt zwischen den deutschen Bischöfen und Rom um die Zukunft der katholischen Schwangerschafts- Konfliktberatung signalisierte der Eichstätter Bischof Ende der 90er Jahre als Erster unter seinen bayerischen Mitbrüdern, dass er zu dem von Kardinal Ratzinger gewünschten Ausstieg aus dem staatlichen System bereit sei. (nz)