Koch verteidigt sich vor U-Ausschuss
12.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Ministerpräsident sagte am Montag dazu, es seien die Freien Wähler gewesen, die seit vielen Jahren mit einer Kandidatur zum hessischen Landtag gedroht hätten. Einziges Motiv sei es gewesen, an staatliche Finanzmittel zu kommen.
«Ich bin immer der Meinung gewesen, so ein Problem muss man doch lösen können», sagte Koch. Allerdings sei ein Gesetz zur Wahlkampfkostenerstattung für kommunale Wählergruppen aus Sicht der CDU nur machbar gewesen, wenn sich die Freien Wähler verpflichtet hätten, nicht zur Landtagswahl anzutreten.
Andernfalls hätten die Freien Wähler im Gegensatz zu allen Parteien Geld für die Kommunal- und die Landtagswahl erhalten: «Das hätte dazu geführt, dass man den endlosen Ärger bekommen hätte.» Proteste aller Parteien wären zwangsläufig die Folge gewesen. Dies sei dem Landesvorstand der Freien Wähler in einem Spitzentreffen am 3. April vorgetragen worden, sagte Koch.
SPD und Grüne erklärten, Koch habe vor dem Untersuchungsausschuss zugegeben, dass er den Freien Wählern Geld geboten habe, falls diese an der Landtagswahl 2008 nicht teilnähmen. «Ich halte das für skandalös», sagte die Obfrau der SPD im Untersuchungsausschuss, Nancy Faeser. Auch der Fraktionschef der Grünen, Tarek Al-Wazir, warf dem Ministerpräsidenten vor, er habe den Freien Wählern für den Verzicht auf die Landtagskandidatur Geld geboten.
Der hessische Landesvorsitzende der Freien Wähler, Thomas Braun, hatte vor dem Ausschuss berichtet, Koch habe in einem ersten Gespräch im Januar 2006 erklärt, die Freien Wähler könnten nach seiner Einschätzung bei der Landtagswahl 2008 mit zwei bis 2,5 Prozent rechnen. Dies könne aus Sicht der CDU beträchtlichen Schaden anrichten. Die CDU muss bei der Landtagswahl im Januar 2008 eine knappe absolute Mehrheit verteidigen. (nz/AP)

