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Unser Kolumnist hat natürlich nicht eine so große Yacht wie Abramowitsch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Unser Kolumnist hat natürlich nicht eine so große Yacht wie Abramowitsch
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Unser Polit-Kolumnist Graf Nayhauß hat gestern «Christiansen» gesehen. Jetzt ist er noch mehr dafür, dass reiche Erben weiter wenig Steuern zahlen sollen.

Von Mainhardt Graf von Nayhauß

Das Thema bei Talkmasterin Sabine Christiansen hieß «Haben Erben das verdient?» Gemeint war das Glück, etwas zu erben ohne eigene Leistung - das Häuschen von der verstorbenen Oma oder den Betrieb vom Vater.

In der Runde saßen eine Schlossbesitzerin, ein Feinkostunternehmer, ein SPD-Minister aus Kiel, ein «Elite-Forscher» - was immer das ist - und Oskar Lafontaine.

Die Debatte - es ging dabei um eine mögliche Erhöhung der Erbschaftssteuer - geriet über weite Strecken ins Absurde. So geißelte Lafontaine, dass der durch 91 Grand-Prix-Siege im Formel 1-Zirkus zum Millionär gewordene Michael Schumacher ins Schweizer Steuerparadies ausgewandert ist. «Schumacher ist hier ausgebildet worden!»

Wie denn, als Fünfjähriger auf der Kart-Bahn? Oder dergestalt, dass er staatliche Einrichtungen in Anspruch nahm, wie die Pausenwang-Grundschule im rheinischen Kerpen? Immerhin zahlten dafür sein Vater, gelernter Feuerungsmaurer und seine Mutter, Imbissbuden-Pächterin, Steuern!

Lafontaine verstieg sich in seinem Weltverbesserereifer zu der Behauptung, es sei ein Unding, dass «die Schönen und die Reichen keine Steuern zahlen«. Wie denn, Schönheit soll nun auch noch besteuert werden? Da wird sich manche Miss Germany lieber in ein hässliches Entlein verwandeln.

Mir fiel während der Sendung eine Fete ein, als der damalige Finanzminister Theo Waigel in der Bayerischen Landesvertretung einen runden Geburtstag feierte. Helmut Kohl hielt die Festrede, erwähnte den gleichfalls anwesenden luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, «unseren lieben Freund, in dessen Land leider unsere Leute ihr Schwarzgeld rüberschaffen». Großes Gelächter!

Bis Juncker sich erhob. «Lieber Helmut, eines möchte ich gleich richtig stellen. Ihr müsst nur eine bessere Wirtschafts- und Finanzpolitik als wir machen. Dann bringen nicht nur Deine Landsleute ihr Geld zurück nach Deutschland, sondern auch die Luxemburger kommen mit ihrem Geld zu Euch!» Beifall!

Das ist des Pudels Kern. Eine bessere Wirtschafts- und Finanzpolitik - und schon sprudeln die Steuereinahmen des Staates, machen neue Abgaben überflüssig. Aber das bringen weder Schwarz/Rot noch Rot/Grün zuwege.

Um den unverfrorenen Griff nach dem Geld der Erben zu kaschieren - der SPD-Minister aus Schleswig Holstein sprach von «leistungslosem Einkommen», was übrigens auch jeder Lottogewinn ist! -, musste das abgegriffene Argument von den notwendigen Investitionen in Bildung und Forschung herhalten. Als gäbe es nicht bereits ein Akademikerproletariat von gut ausgebildeten Hochschulabsolventen, die nach dem Studium keinen Arbeitsplatz finden! Und viele von ihnen darum auswandern!

Dass wirklich Reiche, vor allem wenn sie wie an der Cote d’Azur in größerer Zahl auftreten, auch Arbeitsplätze schaffen, wird verschwiegen. Seit 30 Jahren besitze ich in Port Grimaud, in der Bucht von St.Tropez, eine kleine 3-Zimmerwohnung (für die ich brav jährlich Wohn- und Immobiliensteuer an die französische Gemeinde zahle!).

Noch zu Zeiten Francois Mitterrands erwog die Regierung, in französischen Häfen liegende Yachten ausländischer Eigner zu besteuern. Ich, der damals ein 10-Meterboot besaß, erlebte daraufhin den Wutausbruch des jungen Werftbesitzers, bei dem mein Schiff gewartet wurde: «Was denken die in Paris sich eigentlich? Wer lässt denn hier sein Geld in Restaurants, bei Handwerkern, Werkstätten, Hauspersonal, Bootsbauern, Immobilienverkäufern? Die Reichen und nicht die Camper, die sich aus der Dose verpflegen!»

Eingedenk solcher Proteste, verzichtete die Regierung auf diese angedachte Sondersteuer für «Reiche».