netzeitung.deKaum Protest gegen Berliner Scientology-Sitz

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Demonstrantin protestiert gegen Scientology (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstrantin protestiert gegen Scientology
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Begleitet von kleineren Protesten und politischen Debatten hat Scientology seine neue Repräsentanz in Berlin eröffnet. Unter den Gästen befand sich auch Prominenz aus den USA. Bilderschau: Berühmte Scientologen

Scientology hat am Samstag eine Repräsentanz in Berlin-Charlottenburg eröffnet. Dazu waren laut Polizei rund 1500 Unterstützer vor allem aus Deutschland und Europa angereist. Auch israelische Gruppen schwenkten in der Otto-Suhr-Allee ihre Fahnen. Zur Eröffnung kam auch der bekannte US-Jazzmusiker Chick Corea.

Vor der Scientology-Zentrale im Berliner Viertel Charlottenburg hatten sich schon am Samstagmorgen mehrere hundert Anhänger der Organisation eingefunden. Gegen die Eröffnung protestierten vereinzelt Scientology-Gegner. Eine Frau hielt ein Plakat mit der Aufschrift «Gehirnwäsche nein danke» hoch.

Die Polizei forderte die vor dem Bürogebäude versammelten Anhänger mehrfach auf, den Verkehr nicht zu behindern. Bereits am Freitag hatte sie eine von Demonstration von Scientology-Anhängern anlässlich der Eröffnung der Niederlassung verboten. Zwischenfälle gab es nach Angaben einer Polizeisprecherin nicht.

Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes von 1995 steht der Organisation nicht der Status einer Religionsgemeinschaft zu. Gegründet wurde Scientology 1954 von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard.

Die Eröffnung der Berliner Scientology-Zentrale wurde begleitet von politischen Debatten über den Umgang mit der Organisation. Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) forderte eine bundesweite Überwachung von Scientology durch den Verfassungsschutz. Dies sei unabdingbar, sagte der CSU-Politiker. Nur dann habe Scientology keine Schlupflöcher mehr.

Beckstein hob hervor, es handle sich nicht um eine religiöse Bewegung, sondern um ein Unternehmen, dem es um wirtschaftliche und politische Macht gehe. Der bayerische Innenminister kündigte auch eine Initiative auf europäischer Ebene an. (nz)