netzeitung.deKöhler wirbt um Vertrauen in die Politik

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Bundespräsident Köhler (Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Bundespräsident Köhler
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ja sagen zu politischem Streit, mehr Vertrauen in die Politik, und die Erfahrungen der Alten nutzen: Das sind zentrale Botschaften des Bundespräsidenten zum Weihnachtsfest. Seine besondere Wertschätzung gilt Familien mit Nachwuchs. Bilderschau: Das Jahr 2006 in Bildern

Bundespräsident Horst Köhler hat die politischen Parteien in seiner traditionellen Weihnachtsansprache zu fairem Streit über Reformen aufgerufen. Zugleich forderte er Verantwortung aller Bürger ein: «Deutschland - das sind wir alle. Fühlen wir uns zuständig für Deutschland.» Angesichts der guten Konjunkturlage zeigte sich das Staatsoberhaupt für 2007 zuversichtlich.

«Fairer Streit um die Sache und das Ringen um vernünftige Kompromisse sind in der Demokratie unerlässlich», sagte Köhler, ohne konkret auf den Dauerstreit in der großen Koalition über die Gesundheitsreform einzugehen. «Alle, die sich in diesem Sinne engagieren, verdienen Vertrauen und Wertschätzung.» Beim internationalen Wettbewerb der Nationen gehe es auch um die Qualität von Politik.

«Gute Politik - das heißt zunächst einmal Aufrichtigkeit bei der Einschätzung unserer Stärken und Schwächen», sagte Köhler in seiner Ansprache. «Das heißt Mut, sich Ziele zu setzen und sich daran auch messen zu lassen. Und das heißt Stetigkeit und Stimmigkeit im Handeln.»

Auf die Alten hören
Köhler sieht bereits Erfolge: Die Zahl der Arbeitslosen gehe endlich zurück, die Investitionen der Unternehmen stiegen, deutsche Produkte seien weltweit gefragt, und die Reformen der vergangenen Jahre begännen zu greifen, sagte Köhler. «Die Mühe hat sich gelohnt.» Der Aufschwung gebe Rückenwind - «nutzen wir die Chance».

Die wichtigste Aufgabe 2007 bleibe, die Arbeitslosigkeit zu senken. «Das ist auch die entscheidende Antwort auf Armut und Ausgrenzung.» Für ihn ist klar: Der Schlüssel zu einem Zugang zum Berufsleben sei Bildung. Der Bundespräsident rief auch dazu auf, die Erfahrung der Älteren stärker zu nutzen.

Köhler richtete seine Weihnachtswünsche besonders an Familien, die in diesem Jahr ein Kind bekommen haben oder eines erwarten. «Ich wünsche mir, dass unsere ganze Gesellschaft entschieden Ja zu Kindern sagt», betonte er. «Ich weiß um die Sorgen. Aber ich kenne auch das Glück und die Zuversicht, die die Geburt eines neuen Erdenbürgers bedeuten.» Einen «herzlichen Weihnachtsgruß» sandte Köhler auch an die Soldaten der Bundeswehr im Ausland. (AP/dpa/nz)