05. Dez 2006 15:12, ergänzt 17:55
Der Vorstoß der bayerischen Landesregierung für ein Verbot so genannter Killer-PC-Spiele stößt auf breite Ablehnung. Die Grünen warnten, Verbote lockten eher Jugendliche an, als das diese abgeschreckt würden.
Beck reagierte damit auf den Vorschlag des bayerischen Innenministers Günther Beckstein (CSU), Herstellung, Vertrieb, Kauf und Nutzung menschenverachtender Computerspiele künftig mit bis zu einem Jahr Haft zu bestrafen. Auf Kritik stieß Becksteins Vorstoß auch bei führenden SPD-Politikern. «Die Verbotsdebatte ist vordergründig und hilflos. Vielen Politikern fällt nach Vorfällen wie in Emsdetten einfach nichts Besseres ein», sagte SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz der Tageszeitung «Die Welt». Allenfalls bei einzelnen Spielen könne ein Verbot sinnvoll sein. Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) sagte, ein Verbot sei «nur scheinbar der sicherste Weg Kinder und Jugendliche zu schützen.» Vielmehr müsse die Medienkompetenz der Heranwachsenden geschult und die Eltern eingebunden werden.
Dagegen sei ein strafrechtliches Verbot auch schon deshalb zwecklos, weil es unproblematisch sei, sich im Internet entsprechende Spiele herunterzuladen. Außerdem befürchte er, «dass Jugendliche von Verbotenem eher angelockt als abgeschreckt werden», warnte Beck.Auch die Unterhaltungs-Software Selbstkontrolle (USK) nannte die bayerische Initiative überflüssig. «Deutschland hat weltweit das strengste Jugendmedien-Schutzsystem», sagte USK-Chefin Christine Schulz der Netzeitung. Sie verwies dabei auf das bereits im Strafgesetzbuch verankerte Verbot von Gewalt verherrlichenden Computerspielen.
Bei dem Kölner Medienpädagogen Professor Wolfgang Kaminski stieß der Vorstoß Becksteins auf Skepsis. «Wir können in einer demokratischen Gesellschaft nicht, wenn Dinge einer Gruppe von Menschen nicht passen, alles verbieten», sagte Kaminski im ZDF. Auch sei das viel diskutierte Computerspiel «Counterstrike» nicht mehr als «Räuber und Gendarm auf dem Bildschirm». Dass da virtuell geschossen werde «ist nicht viel anders als das, was uns «Casino Royal» und James Bond aktuell auf der Leinwand zeigen», meinte der Wissenschaftler.