01.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Parteichefs Claudia Roth und Reinhard Bütikofer mit geplantem Logo
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Pleite für die Grünen-Vorsitzenden Roth und Bütikofer: Nach einer kontroversen Debatte und einer Abstimmung ohne klare Mehrheit mussten sie beim Parteitag ihren Vorschlag für ein neues Partei-Signet zurückziehen.
Die Grünen-Spitze hat bei einer Abstimmung über das geplante neue Parteilogo eine Schlappe erlitten. Da es keine klare Mehrheit gab, zogen die Parteichefs Claudia Roth und Reinhard Bütikofer am Freitagabend auf dem Parteitag in Köln nach kontroverser Debatte ihren Vorschlag für das neue Signet zurück.
Kritik wurde vor allem am Vorgehen der Führung laut, das Logo ohne Einbindung der Basis entwickelt zu haben. Roth sagte, man wolle nun so lange über das Logo diskutieren, «bis wir einen Vorschlag haben, hinter dem alle stehen». Bütikofer erklärte: «Bezüglich des Logos treten wir in einen neuen Prozess ein.»
«Von oben übergestülpt» Das von der Parteispitze geplante Signet sollte mit einer veränderten Farbgebung ein moderneres Bild von den Grünen vermitteln. Mehrere Redner kritisierten, dass der Logo-Entwurf ohne Beteiligung der Basis entworfen worden war. Delegierte bemängelten, sie hätten «keine Wahl» gehabt, es sei «von oben übergestülpt» worden. Die Grünen sollten «gemeinsam stärker und nicht blasser» werden.
Roth sagte, die vorzeitige Präsentation des Logos Anfang der Woche in Berlin sei nötig geworden, weil es zuvor «gezielt» an die Medien weitergegeben worden sei. Bütikofer betonte, die Entwicklung des Signets habe nichts gekostet, weil es über den laufenden Etat der Grünen-Werbeagentur finanziert worden sei.
Das strittige Logo hat ein blasseres, ins Gelb spielende Grün. Es zeigt den Schriftzug «Bündnis 90» kleiner als den Namensteil «Die Grünen». Vertreter ostdeutscher Parteiverbände hatten eine Schwächung des ostdeutschen Erbes befürchtet. Die Partei war 1993 aus der Fusion der West-Grünen mit den DDR-Bürgerrechtlern von Bündnis 90 hervorgegangen. (nz)