netzeitung.deDeutsche Firma will Atommüll ausfliegen

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Lagerbehälter in Rossendorf (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Lagerbehälter in Rossendorf
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Angereichertes Uran soll per Flugzeug aus Deutschland nach Russland gebracht werden. Umweltschützer warnen vor unkalkulierbaren Risiken.

Eine Firma in Deutschland will noch in diesem Jahr etwa 200 Kilo angereichertes Uran per Flugzeug nach Russland ausfliegen. Der Antrag sei in der vergangenen Woche eingegangen, bestätigte ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz in Salzgitter am Samstag Berichte der «Welt» und der «Berliner Zeitung». Er werde nun geprüft.

Der Atommüll stammt aus dem ehemaligen DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden. Es handelt sich um alte Brennelemente, Brennstäbe und Brennstoffscheiben. Antragsteller ist die Nuklear Cargo + Service GmbH im hessischen Rodenbach.

Die Fracht soll im russischen Kernforschungszentrum Podolsk wieder für den Nuklearkreislauf nutzbar gemacht werden. Der beantragte Transporttermin ist der 1. Dezember. Der Reaktor in Rossendorf ist sowjetischer Bauart und seit 1991 stillgelegt.

Angst vor Absturz und Terroristen
Wie die «Welt» und die «Berliner Morgenpost» berichteten, sehen Sicherheitsexperten und Umweltschützer hohe Risiken wegen möglicher Unfälle oder Angriffen von Terroristen. «Der Ausgang eines Flugzeugabsturzes mit radioaktiver Ladung kann überhaupt nicht prognostiziert werden», wird Greenpeace-Experte Heinz Smital zitiert.

Der geplante Transport sei sicher, sagt dagegen der Sprecher des Bundesumweltministeriums, Thomas Hagbeck. Das fragliche Material sei zwar hoch angereichert, aber nicht waffenfähig. Ein Lufttransport sei aufgrund der Länge der Strecke sinnvoll. Der Anreicherungsgrad beträgt den Angaben zufolge 36 Prozent.

Hintergrund der Rückführung ist ein Abkommen unter Beteiligung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Ziel des Vertrages ist es, die atomaren Hinterlassenschaften aus dem Kalten Krieg in ihre Ursprungsländer zurückzubringen. In Deutschland wurde nach Angaben des BfS seit 2003 bereits vier Mal Uran auf dem Luftweg transportiert. (nz)