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Deutsch-Türken fordern Kopftuch-Verzicht

15. Okt 2006 11:19
Muslimische Schülerinnen mit Kopftuch
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Deutsch-türkische Politiker haben an muslimische Frauen in Deutschland den Wunsch gerichtet, diese sollten ihr Kopftuch nicht mehr tragen. Es mache Frauen zu einem Sexualobjekt, begründete die Grünen-Bundestagsabgeordnete Deligöz.

Deutsch-türkische Politiker haben die muslimischen Frauen in Deutschland aufgefordert, als Zeichen ihrer Integrations-Bereitschaft das Kopftuch abzulegen. «Das Kopftuch ist ein Symbol der Frauenunterdrückung. Wer von Frauen verlangt, dass sie ihren Kopf und das Haar verhüllen, macht sie zu einem Sexualobjekt», sagte die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Ekin Deligöz, der «Bild am Sonntag». Sie appellierte: «Kommt im Heute an, kommt in Deutschland an. Ihr lebt hier, also legt das Kopftuch ab! Zeigt, dass Ihr die gleichen Bürger- und Menschenrechte habt wie die Männer!»

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Ähnlich argumentierte die SPD-Bundestagsabgeordneten Lale Akgün: «Das Kopftuch ist keine Vorschrift, sagen moderne islamische Theologen. Es ist keine Sünde, ohne Kopftuch auf die Straße zu gehen.» Das Signal der Gesellschaft an muslimische Frauen müsse sein: «Wir unterstützen Euch! Lasst Euch zu nichts zwingen!»

Die deutsch-türkische Frauenrechtlerin Seyran Ates, Teilnehmerin der Islam-Konferenz der Bundesregierung, sagte dem Blatt: «Das Tragen von Kopftüchern verhindert das Aufeinanderzugehen und wird als politisches Instrument missbraucht. Aber ein Kopftuch darf kein Mittel sein, um eine politische Auseinandersetzung zu führen.»

Mehmet Daimagüler, Ehrenvorsitzender der Liberalen Türkisch-Deutschen Vereinigung und früher im FDP-Bundesvorstand, sagte, es gehe «auch um das Anerkennen hiesiger Traditionen und Sitten». Jede Frau solle sich überlegen, ob sie sich davon «bewusst abgrenzen möchte, wenn sie sich verschleiert oder Kopftuch trägt». Daimagüler fügte hinzu: «Jenen muslimischen Männern, die auf die Verhüllung der Frau bestehen, kann ich nur raten: Tragt doch selbst mal eine Woche lang Kopftuch oder Schleier und erfahrt, wie es sich damit lebt.»
(nz)

 
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