netzeitung.deTausende bei Demos gegen Neonazi-Aufmärsche

 Herausgeber: netzeitung.de

Kleiner Demonstrant in Hamburg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kleiner Demonstrant in Hamburg
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Nürnberg, Hamburg und Chemnitz haben Menschen gegen Aufmärsche Rechtsextremer protestiert. Diese waren wegen des 60. Jahrestags des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses auf die Straße gegangen.

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag mit Kundgebungen und Aktionen in Nürnberg, Hamburg und Chemnitz gegen Aufmärsche von Rechtsextremisten protestiert. In Nürnberg beteiligten sich rund 5000 Bürger.

Anlass für den Aufmarsch der Rechten unter dem Motto «Recht statt Rache - Revision der Nürnberger Prozesse» war der 60. Jahrestag des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses gegen führende Nationalsozialisten. Rund 200 NPD-Anhänger wollten deshalb in Nürnberg aufmarschieren, doch Demonstranten blockierten die Route. Die Neonazis waren gezwungen, ihren Marsch abzubrechen.

«Nürnberg darf nie wieder ein Platz für Rassisten, Antisemiten und Holocaust-Leugner werden», sagte Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) bei einer Gegenkundgebung. Wer die Urteile der Nürnberger Prozesse anzweifle, der leugne letztlich die Taten der Nazis und verhöhne die Opfer. «Das werden wir nicht zulassen.»

Im Saal 600 des Nürnberger Justizgebäudes waren am 1. Oktober 1946 zwölf führende Nazis vom Internationalen Militärgerichtshof der Alliierten zum Tode verurteilt worden. Der Prozess gilt heute als Geburtsstunde der internationalen Strafgerichtsbarkeit.

In Hamburg kam es bei einer Kundgebung von mehr als 1500 Menschen aus dem linken Spektrum zu vereinzelten Rangeleien mit der Polizei. Die Zahl der demonstrierenden NPD-Anhänger bezifferte die Polizeisprecherin auf rund 180.

Rund 1000 Menschen nahmen laut Polizei an einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus im sächsischen Chemnitz teil. Nach der Versammlung unter dem Motto «Schöner leben ohne Naziläden» zogen sie am Nachmittag durch die Innenstadt. Es gab vereinzelt Störversuche von 200 bis 300 Anhängern der rechten Szene, sagte eine Polizeisprecherin. (nz)