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Stoiber wegen Umfragewerten unter Druck

06. Okt 2006 17:12
Edmund Stoiber
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Schwache Umfrageergebnisse könnten CSU-Chef Stoiber in Bedrängnis bringen. An der Parteibasis wird bereits offen sein Rückzug vom Parteivorsitz gefordert.

Die schwachen persönlichen Umfragewerte des bayerischen Ministerpräsident Edmund Stoiber haben in dessen CSU eine neuerliche Personaldebatte ausgelöst. Der Frankenwald- Kreisvorsitzende Joachim Doppel forderte den CSU-Chef auf, im kommenden Jahr vom Parteivorsitz zurückzutreten. Bei der Landtagswahl 2008 solle Stoiber auch nicht mehr als CSU-Spitzenkandidat antreten, sagte Doppel der «Neuen Presse Coburg».

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57 Prozent der bayerischen Wähler sind gegen eine neuerliche Kandidatur Stoibers 2008, ermittelte das Institut infratest dimap in der vergangen Woche. Innerhalb der CSU-Anhängerschaft sind dagegen 62 Prozent für Stoiber. Nach einer Forsa-Umfrage sind derzeit nur 37 Prozent der Bayern mit ihrem Ministerpräsidenten zufrieden.

Als mögliche Nachfolger für Stoiber nannte Doppel Bundesverbraucherminister Horst Seehofer oder den bayerischen Innenminister Günther Beckstein. Schon nach Stoibers Rückzieher als designierter Bundesminister im vergangenen Jahr hatte der CSU- Kreisvorsitzende öffentlich den Rücktritt des Parteichefs gefordert.

Dagegen stärkte der JU-Landesvorsitzende Manfred Weber dem CSU- Chef den Rücken. Die Junge Union werde ihm «Rückendeckung geben», seine Reformpläne durchzusetzen, sagte Weber am Freitag in München. Als einen Grund für das schlechtere Abschneiden der CSU in den jüngsten Umfragen sah Weber den Streit der Großen Koalition um die Gesundheitsreform. Die Umfragen sehen die CSU bei einer Landtagswahl derzeit zwischen 49 und 54 Prozent. 2003 kam sie auf 60,7 Prozent.

Der ehemalige bayerische Justizminister Alfred Sauter brachte nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» für den CSU- Parteitag Ende kommender Woche einen Antrag ein für eine Direktwahl des Ministerpräsidenten und eine Begrenzung der Amtszeit auf zwei Legislaturperioden. Stoiber ist seit 1993 Ministerpräsident. Sauter gilt als einer seiner schärfsten parteiinternen Kritiker. (nz)

 
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