Historiker Wolffsohn gegen NPD-Verbot
Auch auf die Folgen eines möglichen Einzugs der NPD in den Schweriner Landtag nach der Wahl am 17. September müsse hingewiesen werden. «Wer wieder Nazis total will, will ein total zerstörtes Deutschland», so Wolffsohn. «Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.»
In Umfragen hatte die NPD in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt bei sechs bis sieben Prozent gelegen. Das Meinungsforschungs- Institut Forsa hielt es gar für möglich, dass die Partei ein zweistelliges Ergebnis erzielt.
Dass es allerdings in Deutschland «zehn bis 15 Prozent unbelehrbare alte und neue Nazis» gebe, «stimmte leider vor und stimmt nach der WM», stellte Wolffsohn klar. Zu den «Fakten» zähle überdies, «dass die alte-neue, extreme Rechte eher im Osten als im Westen beheimatet ist». Man wisse zudem, «dass diese Wähler eher bei Landtags- als Bundestagswahlen NPD & Co» wählten, fügte der Historiker hinzu. Aus Untersuchungen über Wählerwanderungen wisse man außerdem, «dass diese Rechten oft Wechselwähler sind, sogar von NPD oder DVU zur PDS oder umgekehrt wanderten, also häufig völlig orientierungslos sind».
Vor diesem Hintergrund kritisierte Wolffsohn, dass «wie so oft Politik und Medien gerne nach der Bundestagswahl und WM den Kopf in den Sand gesteckt und nur die wunderschöne Schwarz-Rot-Gold-Welt ohne Braun gesehen» hätten. Die Konsequenz müsse daher sein, dem Thema Rechtsextremismus mit «mehr Realismus» zu begegnen.
Für das Web ediert von Dietmar Neuerer

