Ostdeutsche verlieren Vertrauen in Demokratie
13.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Im Jahr 2000 war die Zustimmung zum politischen System noch weit höher: Damals sprachen sich 80 Prozent der Menschen im Westen und 49 Prozent im Osten für die Demokratie aus. 22 Prozent der Westdeutschen und 41 Prozent der Ostdeutschen glauben laut Datenreport daran, dass es eine bessere Staatsform als die Demokratie gibt. Im Jahr 2000 waren es nur neun beziehungsweise 27 Prozent.
Damit gibt es laut Datenreport im Osten Deutschlands eine relative Mehrheit derjeniger, die sich für eine andere Staatsform aussprechen. Das von ihnen bevorzugte Model könne als «sozialistische Demokratie» bezeichnet werden. Eine Staatsform mit liberalen Freiheitsrechten aber einer ausgeprägten sozialen Gleichheit. Insgesamt fanden 76 Prozent der Menschen in den neuen Bundesländern den Sozialismus eine «gute Idee». In den alten Bundesländern seien es 45 Prozent.
Überraschend war laut Statistisches Bundesamt die Einstellung der jungen Menschen im Osten. Auch 15 Jahre nach der Wende können sie der deutsche Demokratie oder sogar der Demokratie grundsätzlich nicht mehr abgewinnen, als ältere Menschen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.(nz)

