netzeitung.deMünchener Fleischhändler begeht Selbstmord

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Untersuchung von Hähnchenbrustfilets (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Untersuchung von Hähnchenbrustfilets
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In den Tiefkühlhallen eines Münchener Fleischhändlers war tonnenweise vergammeltes Fleisch entdeckt worden. Angehörige fanden den Mann jetzt in seiner Wohnung - tot.

Ein in den jüngsten Gammelfleisch-Skandal verwickelter Großhändler aus München hat Selbstmord begangen. Der Mann habe sich im Keller seines Ein-Familien-Hauses erhängt, teilte die Polizei mit.

Der 74-Jährige sei um 6 Uhr zum Frühsport in den Sportraum in Keller gegangen, berichtete ein Polizeisprecher. Als er zum Frühstück noch nicht zurück gewesen sei, habe die Ehefrau nachgesehen und ihn erhängt am Treppenaufgang gefunden.

Haltbarkeitsdatum weit überschritten
Es sei kein Abschiedsbrief gefunden worden. Es bestehe aber kein Zweifel, dass es sich um einen Selbstmord handele, betonte der Sprecher. Die Ehefrau habe berichtet, dass der Großhändler sehr unter der Medienberichterstattung über den Skandal gelitten habe. Er galt als Schlüsselfigur in dem Fleischskandal.

In den Kühlhäusern der Firma des Mannes hatten Kontrolleure mehr als 40 Tonnen vergammeltes Döner- und Entenfleisch entdeckt. Bei einer Durchsuchung der Geschäftsräume am vergangenen Donnerstag wurden mehr als zehn Tonnen Fleisch sichergestellt, bei dem die Haltbarkeitsdaten zum Teil um vier Jahre überschritten waren.

Die Firma lieferte in alle Bundesländer und mehrere EU-Staaten. Der Händler soll große Fleischmengen trotz abgelaufener Haltbarkeit in Verkehr gebracht haben. Er hatte zu den Vorwürfen geschwiegen. (nz)