04.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Volker Beck
Foto: Grüne
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein Russe, der dem Grünen-Politiker Beck eine Platzwunde zugefügt hat, ist ungeschoren davongekommen. Der Angriff auf Beck während einer Homosexuellen-Demonstration habe nicht dessen Würde verletzt, so ein Richter.
Ein Faustschlag in das Gesicht des Grünen-Politikers Volker Beck bleibt ohne Folgen für den Täter. Der Richter des Moskauer Stadtgerichts habe entschieden, dass der Bundestagsabgeordnete durch den Schlag nicht in seiner Würde verletzt worden sei. Das berichteten die Organisatoren der Homosexuellen-Kundgebung in Moskau, auf der Beck Ende Mai geschlagen worden war.
Beck hatte am 27. Mai an einer Protestkundgebung gegen das Verbot einer geplanten Parade zum internationalen Christopher Street Day in Moskau teilgenommen. Nach der Attacke musste Beck mit einer stark blutenden Platzwunde behandelt werden.
Täter brüstete sich mit FaustschlagDer Richter begründete seine Entscheidung zudem damit, dass keine Anzeige Becks vorgelegen habe. Der Grünen-Politiker hatte unmittelbar nach dem Angriff gesagt, er sei von einem «jungen Neonazi» geschlagen worden. Zwei Wochen später brüstete sich ein 25-jähriger Russe, nach eigenen Angaben Historiker und Promotionsstudent, mit der Tat. Homosexuellen, die sich in der Öffentlichkeit mit ihrer «Minderwertigkeit» zeigten, müsse eine Lektion erteilt werden, sagte der 25-Jährige in einem Interview.
Die Anzeige Volker Becks sollte nach Hindernissen an diesem Montag die zuständigen russischen Stellen, die Hauptverwaltung für Inneres und den Generalstaatsanwalt, erreichen. Das teilte die Grünen-Fraktion in Berlin mit. Die per Post geschickte Anzeige habe den adressierten Anwalt Becks in Moskau nicht erreicht, worauf Beck die Anzeige zunächst der deutschen Botschaft in Moskau zukommen ließ, sagte ein Sprecher. (nz)