Gammelfleisch-Funde: Bund rügt Bayern
Indes wurden am Freitag nach der Aufdeckung des Dönerfleisch-Skandals weitere 70 Tonnen teilweise verdorbenen Fleisches bei Großhändlern in Bayern sichergestellt. Von 20 inzwischen untersuchten Döner-Proben seien 17 in einem «Ekel erregenden Zustand» gewesen, sagte der Münchner Stadtdirektor Horst Reif: Grünlich vor Schimmel, mit Erde und Grassamen verdreckt und mit Frostbrandspuren. Erste Analysen ergaben aber «keinen Hinweis auf eine Gesundheitsgefährdung», teilte das bayerische Landesgesundheitsamt mit.
In Niederbayern flog ein weiterer Fleischskandal auf: Bei einer großen Durchsuchungsaktion in den Kühlhäusern eines Deggendorfer Schlacht- und Zerlegebetriebs wurden am Freitag 40 Tonnen Gammelfleisch sichergestellt. Erste Erkenntnisse bestätigten den Verdacht, «dass in der Firma Fleisch, das nicht mehr genussfähig war, in der Vergangenheit in den Handel gebracht wurde», teilte die Staatsanwaltschaft Deggendorf mit. Eine halbe Tonne Rindfleisch aus einem Kühlhaus im Landkreis Passau sei bereits drei Jahre alt gewesen.
Für Verbraucherschützer Thilo Bode sind die bisherigen Gesetze nicht ausreichend, um Verbraucher vor Gammelfleisch zu schützen. «Es müssen endlich Gesetze her, die für mehr Transparenz sorgen. Die Namen der Gammelfleischbetriebe müssen veröffentlicht werden und die Strafen müssen härter werden, sonst wird sich nichts ändern», sagte der Vorsitzende der Verbraucherorganisation Foodwatch im «ZDF- Mittagsmagazin» am Freitag. «Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich hier um ein politisches Problem handelt und die Verbraucher viel weniger Rechte haben, als die Nahrungsmittelindustrie», sagte Bode. (nz)

