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Schäuble gegen neuen NPD-Verbotsantrag

30. Aug 2006 17:51
Bundesinnenminister Schäuble
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Bundesinnenminister Schäuble hat den SPD-Vorstoß zur Prüfung eines neuen NPD-Verbotsverfahrens zurückgewiesen - obwohl die NPD die «materiellen Voraussetzungen für ein Parteiverbot» erfülle.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will keinen neuen Vorstoß für ein Verbot der rechtsextremen NPD unternehmen. Er wies am Mittwoch den Vorstoß von SPD-Fraktionschef Peter Struck zurück, der am Vortag für eine rasche Prüfung eines neuen Verbotsverfahrens plädiert hatte. Schäuble begründete seine Haltung mit den hohen vom Bundesverfassungsgericht aufgestellten Hürden.

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2003 war ein gemeinsam von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat angestrebtes Verbot wegen der unklaren Rolle von V-Leuten des Verfassungsschutzes gescheitert.

Die NPD ist nach Schäubles Einschätzung eine antidemokratische, antisemitische und verfassungsfeindliche Partei. «Sie erfüllt damit grundsätzlich die materiellen Voraussetzungen für ein Parteiverbot.» Dies sei die Einschätzung auch aller Landesinnenminister. Karlsruhe habe aber mit seinem Beschluss vom 18. März 2003 die Anforderungen für ein Verbotsverfahren massiv erhöht.

Linksfraktion befürchtet NPD-Stärkung

Ein solches hätte nur Aussicht auf Erfolg, wenn die Beobachtung der Partei mit nachrichtendienstlichen Mitteln eingestellt würde. Diese sei aber aus sicherheitspolitischen Erwägungen notwendig, sagte Schäuble: «Deswegen beabsichtigt der Bundesminister des Innern nicht, einen Verbotsantrag zu stellen.» Im Übrigen müsse die Auseinandersetzung mit der NPD mit allen politischen und sonstigen rechtlichen Mitteln geführt werden.

Linksfraktions-Vize Petra Pau befürchtet, dass eine neue Verbotsdebatte die NPD stärken könnte. Das erste Verfahren sei am Starrsinn des damaligen Bundesinnenministers Otto Schily (SPD) und an der V-Leute-Praxis des Bund und der Ländern gescheitert. Auch Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) und der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) hatten einem neuen Anlauf, die NPD zu verbieten, am Dienstag keine Chancen eingeräumt.(nz)

 
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