30.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Uwe Leichsenring
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der sächsische NPD-Politiker Uwe Leichsenring ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich einen Tag vor einem Gerichtstermin, an dem über volksverhetzende Äußerungen Leichsenrings verhandelt werden sollte.
Der parlamentarische Geschäftsführer der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag, Uwe Leichsenring, ist tot. Wie seine Fraktion bestätigte, starb der 39-Jährige beim einem Verkehrsunfall in der Sächsischen Schweiz.
Das Fahrzeug Leichsenrings stieß demnach am Mittwoch auf der Bundesstraße 172 zwischen Königstein und Dresden bei einem Überholmanöver frontal mit einem Lastwagen zusammen. Der Politiker starb noch am Unfallort. Er hinterlässt eine Partnerin und Kind.
Sonderzüge nach AuschwitzDas Unglück ereignete sich einen Tag vor einer Sitzung am sächsischen Verfassungsgericht. Der Politiker hatte vor dem höchsten Gericht des Freistaats gegen seinen Ausschluss von drei Landtagssitzungen geklagt. Das Parlamentspräsidium hatte Leichsenring gesperrt, nachdem er im Mai mit volksverhetzenden Äußerungen für einen Eklat im Parlament sorgte.
Damals forderte Leichsenring in Anspielung auf die NS-Verbrechen während des Dritten Reiches indirekt neue Sonderzüge zu Konzentrationslagern. Auf den Zwischenruf der Linkspartei, mit Sonderzügen kenne sich die NPD ja aus, hatte Leichsenring entgegnet: «Ja, ja, manchmal wünscht man sie sich wieder, wenn ich manchen so sehe».
«Wolfs im Schafspelz»Leichsenring stammt aus der Sächsischen Schweiz, wo die Partei mittlerweile ein festes Stammwählerreservoir und über so genannte Kameradschaften erheblichen Einfluss auf die lokale Jugendkultur hat. Dem sächsischen Verfassungsschutz galt er als Prototyp des «Wolfs im Schafspelz». Leichsenring hatte enge Kontakte zu einer mittlerweile verbotenen rechtsextremen Schlägertruppe mit dem Namen «Skinheads Sächsische Schweiz» (SSS).
Ziel der kriminellen, straff organisierten und militärisch geprägten Vereinigung mit bis zu 120 Mitgliedern war es, die Sächsische Schweiz von Ausländern, Rauschgiftsüchtigen und Linken «zu säubern». Leichsenring hat sich in der Vergangenheit zur Verfassungsfeindlichkeit der NPD bekannt und über die Bundesrepublik geäußert: «Das System hat keine Fehler. Das System ist der Fehler.» (nz)