netzeitung.deUnion für bewaffnete «Rail Marshals»

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Der in Kiel festgenommene verdächtige Student (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der in Kiel festgenommene verdächtige Student
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Politiker von CDU und CSU haben nach der Festnahme des verdächtigen Bahn-Bombenlegers für bewaffnete Zugbegleiter plädiert. Innen-Staatssekretär Hanning erneuerte indes die Vermutung, dass hinter den Tätern eine ganze Gruppe stecke.

Der Debatte um eine stärkere Videoüberwachung und eine Ergänzung der geplanten Anti-Terror-Datei haben Unionspolitiker ein weiteres Detail hinzugefügt: Für eine bessere Sicherheit in Zügen fordern sie so genannte «Rail Marshals», bewaffnete Zugbegleiter. Dafür plädierten CDU- Innenpolitiker Clemens Binninger und der CSU-Rechtsexperte Norbert Geis in der «Bild»-Zeitung.

«Wir brauchen die gleichen Sicherheitsmaßnahmen in Zügen wie in Flugzeugen. Deshalb wäre es sinnvoll, in Zügen Sicherheitsbeamte mitfahren zu lassen», sagte Geis der Zeitung.

Als Konsequenz auf die Anschläge vom 11. September 2001 hatte die Bundesregierung die Sicherheitsgesetze verschärft und dabei den Einsatz von so genannten Sky Marshalls beschlossen. Zuständig ist die Bundespolizei.

«Mehrere im Hintergrund»
Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, August Hanning, vermutet indes eine Gruppe hinter den zwei Verdächtigen, die Bomben in Regionalzügen explodieren lassen wollten. «Mein Eindruck ist, dass da schon mehrere mitgewirkt haben im Hintergrund», sagte Hanning am Montag im ARD-«Morgenmagazin».

Die Bedrohungslage in Deutschland sei ernster geworden, sagte Hanning. Nach den misslungenen Anschlägen mit Kofferbomben auf Regionalzüge nach Koblenz und Hamm vor drei Wochen müsse man prüfen, ob es Terrorstrukturen in Deutschland gebe, denn die Konstruktion der Bomben setze «einiges handwerkliches Geschick voraus». Man verfolge aber auch die Spuren in den Libanon. Zum zweiten Täter gebe es noch keinen neuen Ermittlungsstand.

Hanning wies ausdrücklich auf die Bedeutung der Videoüberwachung bei der vereitelten Straftat hin. Ohne Überwachung hätte der Täter nicht festgenommen werden können, betonte er.

Am Samstag war einer der mutmaßlichen Bombenleger in Kiel gefasst worden, es erging ein Haftbefehl. Nach einem zweiten Verdächtigen wird gefahndet. (nz)