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Rechte beim Sticker-Kleben in Franken erwischt

19. Aug 2006 17:45
Festnahme eines Naonazi-Gegners bei einer Gegendemo in Berlin
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Viel Schwarz und viel Grün: Trotz heftiger Gegendemonstrationen marschierten anlässlich des Todestages von Hitler-Stellvertreter Heß hunderte Rechtsextreme durch deutsche Städte. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent.

Hunderte Rechtsextreme sind am Samstag begleitet von wütenden Protesten und Gegendemonstrationen in mehreren deutschen Städten auf die Straße gegangen. Die Polizei nahm mehrere Rechtsextreme und Gegendemonstranten fest.

In Berlin marschierten 230 Rechtsextremen vier Stunden lang durch die Stadtteile Mitte und Prenzlauer Berg. Sie zeigten schwarze Fahnen und Transparente, etwa mit der Aufschrift «Nationaler Sozialismus oder Untergang». Hunderte Gegendemonstranten begleiteten den Aufmarsch mit gellenden Pfiffen und Sprechchören wie «Nazis raus». Aus Antifa-Gruppen flogen vereinzelt Steine gegen Rechtsextreme. Rund ein Dutzend Rechtsextreme und linke Aktivisten wurden festgenommen. Rund 800 Polizisten waren im Einsatz.

Mehrere hundert Menschen protestierten in München gegen eine NPD- Demonstration. Einige Gegendemonstranten, die Flaschen in Richtung der Neonazis geworfen hatten, wurden nach Polizeiangaben vorübergehend festgenommen. Die Polizei schirmte mit einem Aufgebot von rund 1000 Beamten die Demonstrationen ab.

Im bayerischen Wunsiedel verlief eine Demonstration gegen rechtsextreme Aktivitäten zunächst ohne größere Zwischenfälle. Allerdings wurden einige rechtsextreme Demonstranten in Gewahrsam genommen, da sie Aufkleber mit verbotenen Inhalten auf Verkehrsschilder geklebt hatten. Mit dem «Tag der Demokratie» wollte die oberfränkische Stadt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Der geplante Neonazi-Aufmarsch anlässlich des Todestages des ehemaligen Hitler- Stellvertreters Rudolf Heß war von Behörden und Gerichten bis hin zum Bundesverfassungsgericht verboten worden. Heß liegt in Wunsiedel begraben.

Trotz einer gerichtlichen Erlaubnis sagten die rechtsextremen «Freien Nationalisten» einen Aufmarsch in Fulda in letzter Minute ab. Dennoch fanden sich vereinzelt Rechtsradikale in der osthessischen Stadt ein. Auch hier gab es Gegendemonstrationen. Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) zeigte sich zufrieden mit der Absage der Rechtsextremen: «Wir brauchen diesen braunen Spuk nicht in der Stadt.»

In Jena demonstrierten bis zu 400 Menschen gegen Rechts. Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD), der Runde Tisch und Kirchen hatten zu dieser Aktion gegen eine geplante NPD-Kundgebung aufgerufen. Die Polizei war mit großen Aufgebot präsent. In Altenburg sagten die Veranstalter eine rechte Demonstration überraschend am späten Freitagabend ab.

In Halle durchsuchte die Polizei am Freitagabend die Räume eines rechtsextremen Musikversandhandels. Bei der vierstündigen Aktion wurden nach Angaben vom Samstag sechs Computer, Computertechnik sowie Propagandamaterial wie T-Shirts und Plakate sichergestellt. (nz)

 
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