Ermittlungen im Kofferbomben-Fall: Verdächtiger in Kiel festgenommen:
Kieler Bahnhof wegen Terrorfahndung gesperrt
Während des Einsatzes suchten die Ermittler nach verdächtigen Gegenständen. Offizielle Angaben über eventuelle Funde oder Festnahmen gab es zunächst nicht.
In Kiel füllte sich der Hauptbahnhof am Samstag nach 9 Uhr morgens nach und nach wieder mit Reisenden. Nur die Gleise 3 und 4 - der Kopfbahnhof hat nur sechs Gleise - blieben mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.
Das Bundeskriminalamt (BKA) fahndet derzeit intensiv nach zwei Verdächtigen, die Ende Juli zwei Bombenanschläge auf Regionalzüge verüben wollten. Am Freitag waren Aufnahmen einer Videokamera der beiden Männer veröffentlicht worden. Für Hinweise wurde eine Belohnung von 50.000 Euro ausgesetzt. Nach Erkenntnissen des BKA entgingen die Fahrgäste zweier Regionalzüge nur haarscharf den Bombenanschlägen. Die Zünder der am 31. Juli in Zügen nach Hamm und Mönchengladbach gefundenen Kofferbomben hatten bereits zeitgleich um 14.30 Uhr ausgelöst. Nur ein handwerklicher Fehler habe verhindert, dass die Hauptladungen explodiert seien.
Der etwa 25-jährige Mann, der bei der Abfahrt noch einen schweren Koffer mit sich geführt habe, sei knapp 30 Minuten später an einem Informationsstand der Bundesbahn ohne jegliches Reisegepäck gefilmt worden. Der Mann habe sich an dem Schalter offenbar nach Reiseverbindungen erkundigt. Anschließend sei der Verdächtige schnellen Schrittes zum Ausgang gegangen.
Bei der Auswertung seiner Körpermerkmale hätten Spezialisten den Verdacht geäußert, der Tatverdächtige stamme entweder aus dem Nahen Osten oder aus Indonesien. Dies habe unter anderem zu Ermittlungen in den Niederlanden geführt, wo etliche radikale Muslime aus früheren holländischen Kolonien leben. (nz)
