Ermittlungen im Kofferbomben-Fall: Verdächtiger in Kiel festgenommen: 

netzeitung.deKieler Bahnhof wegen Terrorfahndung gesperrt

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Ermittlungen im Kofferbomben-Fall Verdächtiger in Kiel festgenommen 

Lupe Kieler Bahnhof wegen Terrorfahndung gesperrt

Im Zusammenhang mit den geplanten Bombenanschlägen auf Regionalzüge hat die Polizei den Kieler Hauptbahnhof am Samstag einige Stunden abgesperrt. Laut Medienberichten fasste sie dort einen der Verdächtigen.

Der Hauptbahnhof in Kiel ist von der Polizei am Samstagmorgen vorübergehend weiträumig abgesperrt worden. «In Kiel laufen Einsatzmaßnahmen in Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen des Bundeskriminalamtes», sagte ein Polizeisprecher. Der Einsatz begann in der Nacht und wurde nach rund fünf Stunden kurz vor neun Uhr beendet. Laut der «Bild am Sonntag» wurde bei der Aktion einer der beiden Verdächtigen gefasst.

Das Blatt beruft sich auf Informationen aus Sicherheitskreisen. Die Bundesanwaltschaft wollte später eine Stellungnahme abgeben. Auch die Nachrichtenagentur dpa berichtete von einer Festnahme.

Während des Einsatzes suchten die Ermittler nach verdächtigen Gegenständen. Offizielle Angaben über eventuelle Funde oder Festnahmen gab es zunächst nicht.

In Kiel füllte sich der Hauptbahnhof am Samstag nach 9 Uhr morgens nach und nach wieder mit Reisenden. Nur die Gleise 3 und 4 - der Kopfbahnhof hat nur sechs Gleise - blieben mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) fahndet derzeit intensiv nach zwei Verdächtigen, die Ende Juli zwei Bombenanschläge auf Regionalzüge verüben wollten. Am Freitag waren Aufnahmen einer Videokamera der beiden Männer veröffentlicht worden. Für Hinweise wurde eine Belohnung von 50.000 Euro ausgesetzt. Nach Erkenntnissen des BKA entgingen die Fahrgäste zweier Regionalzüge nur haarscharf den Bombenanschlägen. Die Zünder der am 31. Juli in Zügen nach Hamm und Mönchengladbach gefundenen Kofferbomben hatten bereits zeitgleich um 14.30 Uhr ausgelöst. Nur ein handwerklicher Fehler habe verhindert, dass die Hauptladungen explodiert seien.

Ermittlungen in den Niederlanden
Nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Focus» verfügt das BKA noch über weitere, bislang unveröffentlichte Videoaufnahmen, die den Verdacht gegen einen der beiden Verdächtigen erhärten. Demnach müsse einer der Verdächtigen schon wenige Minuten nach seiner Abfahrt vom Hauptbahnhof an der nächsten Haltstelle in Köln-Deutz ausgestiegen und mit einem anderen Nahverkehrszug in den Hauptbahnhof zurückgekehrt sein, berichtet «Focus».

Der etwa 25-jährige Mann, der bei der Abfahrt noch einen schweren Koffer mit sich geführt habe, sei knapp 30 Minuten später an einem Informationsstand der Bundesbahn ohne jegliches Reisegepäck gefilmt worden. Der Mann habe sich an dem Schalter offenbar nach Reiseverbindungen erkundigt. Anschließend sei der Verdächtige schnellen Schrittes zum Ausgang gegangen.

Bei der Auswertung seiner Körpermerkmale hätten Spezialisten den Verdacht geäußert, der Tatverdächtige stamme entweder aus dem Nahen Osten oder aus Indonesien. Dies habe unter anderem zu Ermittlungen in den Niederlanden geführt, wo etliche radikale Muslime aus früheren holländischen Kolonien leben. (nz)