Bundeswehreinsatz in Nahost: Merkel schließt Kampfeinsätze aus:
Merkel schließt Boden-Kampfeinsätze aus
Ein Einsatz der bereits in die Debatte gebrachte Bundespolizei zur Absicherung der Grenze zwischen dem Libanon und Syrien und zur Unterbindung des Waffenschmuggels komme nicht in Frage. «Das geht nicht», sagte die Kanzlerin. Die Bundespolizei könne Polizei und Zoll im Libanon lediglich in anderen Bereichen helfen.
Deutschland will damit einen Beitrag zu der vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen UN-Friedenstruppe leisten, die nach dem Waffenkonflikt der vergangenen Wochen zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon für Frieden sorgen soll. Seit dieser Woche herrscht zwar Waffenruhe, aber eine UN-Resolution schreibt vor, dass die Hisbollah ihre Waffen abgibt und die libanesische Armee in die bisher von der Milz kontrollierten Südgebiete vorrücken soll.
Deutschland könne angesichts der Situation im Nahen Osten nicht abseits stehen, betonte Merkel. Wenn dies geschehe, würde Deutschland in der Außenpolitik den Einfluss verlieren, auf den es dringend angewiesen sei. Angesichts der Vorbehalte in der Bevölkerung gegenüber einem Bundeswehr-Einsatz im Nahen Osten kündigte die Kanzlerin eine breite Informationskampagne an.
Um möglichst schnell humanitäre Hilfe zu leisten, werde die Bundesregierung unter anderem auf UN-Ebene den Einsatz eines Lazarettschiffes an der libanesischen Küste anbieten. Bei dem Schiff handelt es sich um einen Einsatzgruppenversorger. Die Marine verfügt mit der «Berlin» und «Frankfurt am Main» über zwei dieser 174 Meter langen Schiffe. Eines ist sofort einsatzbereit, hieß es im Verteidigungsministerium. Die «Berlin» war nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien vor der Provinz Aceh eingesetzt. 45 Patienten können in diesem Container-Hospital umfassend versorgt werden.
Dort erklärte Frankreich am Abend, die derzeit im Südlibanon stationierte UN-Truppe um nur 200 Soldaten aufzustocken. Andere Staaten hatten mehrere Tausend Mann angekündigt. Wie der UN-Sicherheitsrat beschlossen hatte, sollen 15.000 Blauhelme den Friedensprozess in Nahost sichern.
Andere Länder, die grundsätzliche Bereitschaft bekundet haben, sind Italien, Spanien, Indonesien, Malaysia, Finnland, die Türkei, Norwegen, Portugal und Belgien. Die USA und Österreich haben eine Beteiligung ausgeschlossen. Dagegen will Großbritannien die Truppe jetzt doch militärisch unterstützen. Vorrangiges Ziel der Konferenz in New York ist es jedoch, die Länder auf eine Entsendung von zunächst 3500 gut ausgebildeten Soldaten binnen zehn Tagen zu verpflichten. (nz)

