netzeitung.deNahost-Experte sieht Bundespolizei in Gefahr

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Zerstörtes Viertel im Süden Beiruts (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zerstörtes Viertel im Süden Beiruts
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt in Mainz fürchtet Angriffe auf die deutsche Polizei bei einem möglichen Einsatz im Libanon. Außerdem könne der Konflikt jederzeit wieder ausbrechen.

Der Mainzer Nahost-Experte Günter Meyer befürchtet, dass die Bundespolizei bei einem Einsatz im Libanon unter Beschuss geraten könnte. Insbesondere an der libanesisch-syrischen Grenze sei es gefährlich, sagte er dem «Münchner Merkur».

«In diesem Gebiet befinden sich die Hochburgen der Hisbollah, die enge Beziehungen zu Syrien unterhält. Deutsche Beamte einzusetzen, um den Waffenschmuggel zu unterbinden, ist eine extrem heikle Angelegenheit. Deshalb rate ich dringend davon ab», sagte er der Zeitung. «Ich sehe die Gefahr, dass die Bundespolizei als Besatzungstruppe angesehen und in massive gewaltsame Auseinandersetzungen mit Hisbollah und syrischen Schmugglern verwickelt wird.»

Der Mainzer Wissenschaftler, der das Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt leitet, äußerte zudem die Befürchtung, die Kämpfe im Nahen Osten könnten jederzeit wieder ausbrechen. «Die Waffenruhe ist völkerrechtlich nicht verbindlich. Es gibt zahlreiche Probleme, die kurzfristig aufflammen und zur Fortsetzung der Kämpfe führen könnten.» Käme es zu einer gewaltsamen Entwaffnung der Hisbollah, «droht ein neuer Bürgerkrieg im Libanon», sagte Meyer.

Die Hisbollah sei im Libanon militärisch erheblich gestärkt worden: «Sie konnte sich gegen die israelische Armee behaupten und hat dadurch viele Sympathien gewonnen. Hisbollah-Anführer Nasrallah genießt das Vertrauen vieler Bürger und verkörpert im Süden des Libanon die eigentliche staatliche Autorität. Damit ist eine Entwaffnung der Hisbollah ohne deren Zustimmung undenkbar.» (nz)