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Lupe Schäuble will härter gegen Doping vorgehen

Bundes- Innenminister Schäuble sieht angesichts der Doping-Skandale bei der Tour de France die Glaubwürdigkeit des Radsports in Gefahr. Er kündigte Konsequenzen an.

Nach der positiven Doping-Probe des Tour- de- France-Siegers Floyd Landis will Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Gesetze gegen Doping verschärfen. Derzeit bereite das Ministerium ein Maßnahmenpaket vor, das Schäuble voraussichtlich nach der Sommerpause präsentieren werde, sagte eine Ministeriumssprecherin am Freitag.

Damit bestätigte sie einen Bericht der «Bild»-Zeitung. Die Maßnahmen würden eng abgestimmt mit dem Justizministerium und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Details wurden nicht genannt.

Schäuble sagte der «Bild», höhere Strafen für banden- und gewerbsmäßiges Doping seien denkbar. «Wir müssen alles tun, um die Glaubwürdigkeit des Sports wieder herzustellen und zu erhalten.»

Eine Anti-Doping-Gesetz, wie unlängst von CSU-Chef Edmund Stoiber gefordert, wird es wohl aber nicht geben. Nach Ansicht des CDU-Sportexperten Klaus Riegert reicht die aktuelle Gesetzeslage aus. Es müssten allenfalls «einige neue Stellschrauben» festgezohgen werden, sagte er. Seinen Angaben nach sollen Dopingvergehen künftig mit bis zu zehn Jahren Haftstrafe geahndet werden können. Außerdem habe sich die Koalition auf die Bildung von Schwerpunkt- Staatsanwaltschaften verständigt.

DOSB-Präsident Thomas Bach hatte sich zuvor für eine schärfere Gesetzgebung des Staates im Kampf gegen Doping ausgesprochen. Dazu gehörten die Einführung von Kennzeichnungspflichten für verbotene Substanzen, die Aufhebung der Warenverkehrsfreiheit für Dopingmittel, das Verbot des Versandhandels mit Dopingmitteln und die Verschärfung der Strafbarkeit bei gewerbs-und bandenmäßigen Aktivitäten.

Bayern will eigenes Gesetz
Bayern will selbst ein Anti-Doping-Gesetz auf den Weg bringen. Ministerpräsident Stoiber sagte, er habe Justizministerin Beate Merk und Kultusminister Siegfried Schneider mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzes beauftragt. Deutschland brauche eine Null-Toleranz-Politik gegen Doping.

Das Gesetz soll demnach noch in dieser Legislaturperiode bis 2009 in Kraft treten. Der Ministerpräsident verwies darauf, dass Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien längst Anti-Doping-Gesetze hätten. Die Konsequenz sei, dass dort gegen Doping hart durchgegriffen werde.

So waren die Behörden in Spanien bereits vor der Tour de France gegen den Großteil der Top-Favoriten wie Jan Ullrich vorgegangen. Die Tour ist am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen. Dieses konsequente Vorgehen wäre in Deutschland nicht möglich gewesen, sagte Stoiber. (nz)