netzeitung.deJung will Soldaten vor schwuler Szene schützen

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Bundeswehr-Soldaten (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeswehr-Soldaten
Foto: dpa
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Das Verteidigungs- Ministerium plant offenbar, Soldaten nicht mehr in der Nähe von Schwulenbars übernachten zu lassen. Das schade dem Ruf, heißt es. Die Grünen halten diese Maßnahme für «an Lächerlichkeit kaum zu toppen».

Künftig will das Bundesverteidigungsministerium Soldaten auf Dienstreisen nicht mehr in Hotels in der Nähe von Schwulenbars schicken. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Spiegel» unter Berufung auf ein Schreiben an den Petitionsausschuss des Bundestages am Samstag.

Den Soldaten könne keine Unterkunft in einem Viertel zugemutet werden, das der homosexuellen Szene mit «einschlägigen Lokalen» zuzuordnen sei, heißt es darin. Außerdem sollen «negative Auswirkungen auf das Ansehen der Bundeswehr« vermieden werden. Ein Ministeriumssprecher wollte das Schreiben am Samstag zunächst nicht bestätigen.

«Spießig und lächerlich»
Die Grünen protestieren gegen die Pläne von Verteidigungsminister Franz-Josef Jung. Sie seien nicht nur diskriminierend, sondern «an Spießigkeit und Lächerlichkeit kaum zu toppen», teilte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, in einer Pressemitteilung mit. Er forderte, die umstrittene Anweisung zurückzuziehen.

Anlass für das Schreiben ist dem Bericht zufolge der Protest eines Hotels in der Kölner Innenstadt. Die Bundeswehr hatte das Hotel vor einigen Monaten aus ihrem Hotelverzeichnis gestrichen. Die Begründung: Die Soldaten auf Dienstreise hätten wegen knapper Parkplätze den Weg zum Hotel zu Fuß zurücklegen müssen und seien daher in der Nähe der Schwulen-Szene zu sehen gewesen.

Der Service des Kölner Hotels sei ausdrücklich nicht beanstandet worden. Laut Beck ist die Hotel-Streichung daher ein Fall für das neue Gleichbehandlungsgesetz. (nz)