netzeitung.deUmweltschützer protestieren gegen Bush

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Greenpeace-Transparent am Turm der Marienkirche in Stralsund (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Greenpeace-Transparent am Turm der Marienkirche in Stralsund
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Greenpeace-Aktivisten haben für ihren Protest gegen Bush einen weithin sichtbaren Ort genutzt. Auf gelbem Tuch warfen sie den USA Kriegstreiberei vor. Die Polizei verhandelt mit den Umweltschützern.

Wenige Stunden vor der Ankunft von US-Präsident George W. Bush haben fünf Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace ein Plakat mit der Aufschrift «No nukes, No war, No Bush» enthüllt. Für ihre Aktion kletterten sie auf den 104 Meter hohen Turm der Marienkirche.

Die Aktivisten warfen den USA eine aggressive Außenpolitik und die systematische Missachtung des Atomwaffen-Sperrvertrags vor. «Mit ihrer Politik gefährden die USA das empfindliche Gleichgewicht der Kräfte dieser Welt», sagte Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer. Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, Bush dazu anzuhalten, auf die weltweite Abrüstung von Kernwaffen zu dringen.

Wie ein Vertreter der Kirchgemeinde der Netzeitung am Mittwochmittag bestätigte, hängt das Transparent noch. Jedoch sei ein Anti-Konflikt-Team der Polizei auf den Turm gestiegen, um mit den Greenpeace-Aktivisten zu verhandeln. Die blockierten jedoch den Zugang zur Turmhaube, in der sie sich verschanzten. Die Umweltschützer hätten angekündigt, «bis Sonnenuntergang» bleiben zu wollen. Die Aktivisten hätten sich unerkannt Zugang zur Kirche und Turm verschafft, hieß es. Die Kirchengemeinde habe ihnen daraufhin Hausverbot erteilt.

Altstadt zur Sicherheitszone erklärt
Bushs Besuch ist von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Die Stralsunder Altstadt wurde zur Sicherheitszone erklärt. Die Kosten der Sicherheitsmaßnahmen - beteiligt sind rund 12.000 Polizisten - werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Streit wegen des Bush-Besuchs gab es auch unter Politikern: Die örtliche SPD hatte angekündigt, gegen den US-Präsidenten demonstrieren zu wollen. Die Landes-Sozialdemokraten, deren Ministerpräsident Harald Ringstorff Bush mit begrüßen soll, missbilligten die Kritik. Auch in der Union stieß das Verhalten der Sozialdemokraten auf Unverständnis.

Bush will am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen. 1000 extra eingeladene Bürger sollen Bush auf dem Alten Markt der Stadt begrüßen. Für Donnerstagabend ist ein Grillfest in dem kleinen Ort Trinwillershagen geplant. Am Freitag reist Bush zum G-8-Gipfel nach St. Petersburg weiter. (nz)