29. Jun 2006 15:48
Nachdem die Bundesregierung den Mannschaften Ghanas und Nigerias die Einreise für die Straßenfußball-WM verweigert hat, warnen Beteiligte vor den Folgen. Die Veranstalter hoffen auf eine Visa-Vergabe in letzter Minute.
Die Visa-Absage für die Teams aus Ghana und Nigeria vor der ersten Straßenfußball-WM in Berlin hat nach Einschätzungen von Beteiligten verheerende Folgen für die Entwicklungszusammenarbeit durch Straßenfußball in den beiden Ländern. «Für das Projekt ist es ein Debakel», sagte Nicole Scherschun, die als Stipendiatin des entwicklungspolitischen Netzwerks ASA für die Betreuung der nigerianischen Mannschaft «Search and Groom» in Berlin zuständig gewesen wäre, der Netzeitung. Auch der Geschäftsführer des Veranstalters Streetfootballworld, Jürgen Griesbeck, äußerte sein Bedauern: «Hier ist eine große Chance vertan worden, der Welt zu zeigen, dass der Fußball auch in diesen Ländern Perspektiven schaffen kann, um das Leben junger Menschen zu verbessern.»
Die Bundesregierung hatte Visa für Mitglieder der beiden Mannschaften mit der Begründung abgelehnt worden, es fehle den Jugendlichen an «Verwurzelung im Heimatland». Es bestünden Zweifel, dass die Jugendlichen auch wieder zurückreisen würden. Scherschun hält diese Zweifel für unberechtigt. «Ich vertraue diesen Leuten», sagte sie der Netzeitung. «Die Teilnehmer wären außerdem in ein Programm eingebunden. Es wäre immer jemand da, der auf sie aufpasst.» Aus Protest gegen die Visaverweigerung sammelt die Studentin seit Donnerstag auf einer Internetseite Namen von Menschen, die gegen die Entscheidung der Behörden sind. Trotz der ablehnenden Bescheide haben auch die Veranstalter der Straßenfußball-WM die Hoffnung noch nicht aufgegeben. «Wir hoffen bis zum letzten Moment», sagte Griesbeck.