Kanzleramtschef will BND-Vorschriften ändern
Dass solche Apparate dann zu Übertreibungen neigten, sei leider eine alltägliche Erfahrung, sagte Schäuble. Der Innenminister erklärte, er sehe durch die Spitzelaktionen «am Ende keine Gefahr für die Pressefreiheit».
Geiger wies eine Behauptung von Ex-Kanzleramtsminister Bernd Schmidbauer zurück, wonach Geiger selbst die Bespitzelung in Auftrag gegeben habe. Der frühere Geheimdienstkoordinator Schmidbauer hatte am Wochenende bestätigt, dass Geiger 1996 persönlich den Spitzeleinsatz eines Reporters gegen Berufskollegen angeordnet habe.
Der ehemalige Bundesrichter Gerhard Schäfer hatte vergangene Woche in einem Bericht für das Parlamentarische Kontrollgremium aufgeschlüsselt, wie der Bundesnachrichtendienst über Jahre hinweg bis 2005 Journalisten ausspähte. Nach Medienberichten hat der BND Medienvertreter nicht nur beschattet, sondern seit Anfang der 80er Jahre auch Reporter dafür bezahlt, Kollegen zu bespitzeln.
Die Opposition sieht die Affäre als beispiellosen Skandal. Das Ausmaß der Überwachung übersteige die schlimmsten Befürchtungen, sagte Grünen-Rechtspolitiker Jerzy Montag. Die Pressefreiheit sei beschädigt. Ebenso wie FDP-Chef Guido Westerwelle verwies Montag darauf, dass der BND eigentlich ein Auslandsgeheimdienst sei. Der FDP-Abgeordnete Joachim Günther legte dem früheren BND-Präsidenten Hanning den Rücktritt als Innenstaatssekretär nahe. (nz)

