Söder will Deutsch als «Staatssprache»
Die CSU und die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, wollen die deutsche Sprache unter gesetzlichen Schutz stellen. Während CSU-Generalsekretär Markus Söder Deutsch als «Staatssprache» im Grundgesetz verankern möchte, schlug die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach ein eigenes «Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache» vor.
Stiegler plädierte dafür, Ausländern mehr Deutsch-Kurse anzubieten sowie die vorschulische Erziehung zu verbessern. «Das ist wirksamer, als das Grundgesetz zu traktieren.»
Für ihre gesetzgeberischen Überlegungen habe sie in ihrer Fraktion viele Unterstützer, betonte Steinbach. In Deutschland verkaufte Produkte oder Schilder auf Flughäfen und in Bahnhöfen müssten deutsch beschriftet sein. Außerdem solle «Sale» wieder «Schlussverkauf» sowie «on» und «off» am Radio wieder «an» und «aus» heißen.
Die FDP nahm die Vorschläge aus der Union verwundert zur Kenntnis. «Vielleicht sollten wir auch die Globalisierung als Straftatbestand verbieten? Auf diesem Niveau bewegt sich die von Markus Söder losgetretene Debatte», sagte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestags- Fraktion, Sabine Leutheusser- Schnarrenberger, der Netzeitung. «Der Vorstoß des CSU-Generalsekretärs und die Äußerungen von Erika Steinbach sollen wohl Deutschland in die Steinzeit katapultieren».
Beck betonte, er sei für die «Freiheit der Sprache». Dazu gehöre auch, dass man «aus anderen kulturellen Umfeldern und Sprachen Wörter entlehnt», erläuterte der Grünen-Politiker. «Deshalb setzen wir uns auf das 'récamière' und nicht auf die 'Langbank' und gehen nicht ins 'Tanzlokal', sondern manchmal sogar in die 'Diskothek', und dabei fassen wir uns an die 'Nase' und nicht an den 'Gesichtserker'.»
Beck äußerte in diesem Zusammenhang die Vemutung, dass auch Steinbach nicht gänzlich auf entlehnte Wörter verzichte. «Vielleicht legt selbst Frau Steinbach unbeobachtet etwas Rouge auf», sagte er.

