Krawalle bei Neonazi-Demos: Autonome attackieren Polizisten: 

netzeitung.deNeonazi-Demos: Autonome attackieren Polizei

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Polizisten räumen Barrikaden in Leipzig (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizisten räumen Barrikaden in Leipzig
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Mit Gewalt haben linke Demonstranten gegen Umzüge von Neonazis in Leipzig und Rostock protestiert. Auch bei einer 1.-Mai-Demo in Berlin wurden Flaschen und Steine gegen Polizisten geworfen.

Zu teils schweren Krawallen ist es bei zwei Neonazi-Aufmärschen in Leipzig und Rostock gekommen. Linksautonome Chaoten errichteten am Montag in Leipzig Straßensperren und zündeten sie an. Sie schleuderten zudem Steine und Flaschen gegen Polizisten.

Nach Angaben der Polizei blockierten etwa 500 Menschen die Marschroute der Aufmärsche von Rechtsextremisten um Christian Worch und Steffen Hupka mit insgesamt etwa 550 Teilnehmern. Als die Polizei die beiden Lager auseinander drängte, gab es Verletzte. Mehr als 2000 Beamte aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz.

Bei Ausschreitungen während Protesten gegen eine Neonazi-Demo in Rostock wurden unterdessen rund 40 gewaltbereite Linke festgenommen. Auch dort flogen Steine und Flaschen, insgesamt blieb die Lage aber weitgehend friedlich. In Rostock standen etwa 1200 Anhängern der rechtsextremen NPD rund 5000 Gegendemonstranten gegenüber.

Grünen-Chefin Claudia Roth, warnte davor, den Rechtsradikalismus als rein ostdeutsches Phänomen zu betrachten. «Wer das Problem auf den Osten reduziert, unterschlägt, dass die führenden Köpfe - etwa der NPD im sächsischen Landtag - aus dem Westen kommen», sagte Roth in einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift «Super Illu». Gleichzeitig sprach sie sich gegen schärfere Gesetze im Kampf gegen den Rechtsradikalismus aus.

Gewalt auch bei Mai-Demo in Berlin-Kreuzberg
Bei der «Revolutionären 1. Mai-Demonstration» in Berlin zogen am Nachmittag mehrere hundert Menschen zunächst friedlich durch den Bezirk Kreuzberg. Nach Polizeiangaben folgten etwa 500 Demonstranten Aufrufen vor allem maoistischer und kurdischer Organisationen. Am Abend warfen Randalierer jedoch Flaschen, Steine und Feuerwerksknaller gegen Polizisten. Außerdem zündeten sie Müllcontainer und Pappkartons an.

Im südhessischen Heppenheim hielt ein Großaufgebot der Polizei mehr als 400 Rechtsextreme und rund 700 Gegendemonstranten auseinander. Im niedersächsischen Hameln schmierten Unbekannte Hakenkreuze und andere verfassungswidrige Kennzeichen auf Gebäude und Parkplätze, teilte die Polizei am Montag mit.

In Leipzig hatten sich am Vorabend des 1. Mai bis zu 17.000 meist jugendliche Besucher zum traditionellen Konzert «Courage zeigen» am Völkerschlachtdenkmal versammelt. Mit dem kostenlosen Open-Air-Konzert wird seit Jahren am 30. April gegen Rechtsextremismus demonstriert. (nz)