netzeitung.dePlatzeck tritt zurück

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Kurt Beck (l.) und Matthias Platzeck (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kurt Beck (l.) und Matthias Platzeck
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Nach knapp 150 Tagen Amtszeit hat SPD-Chef Matthias Platzeck am Montag seinen Rücktritt erklärt. Er habe gesundheitliche Probleme und habe «meine Kraft überschätzt». Das Präsidium hat bereits einen Nachfolger gefunden.

SPD-Chef Matthias Platzeck hat seinen Rücktritt erklärt. Auf dringenden ärztlichen Rat lege er sein Amt nieder, sagte Platzeck am Montag nach einer Präsidiumssitzung seiner Partei in Berlin. «Das ist die schwierigste Entscheidung meines Lebens», sagte er.

«Ich habe ausgesprochen schöne Erfahrungen hier machen können. Wir haben sehr weit nach vorne geschaut», so der scheidende SPD-Chef. Die Sozialdemokraten hätten wichtige Wahlziele erreichen können wie etwa den Sieg Kurt Becks als Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz.

Platzeck sagte, er habe im vorigen Herbst den Vorsitz übernommen, um gemeinsam mit seinem ersten Stellvertreter Kurt Beck zu verhindern, dass die SPD in einen Strudel gerate oder «irgendeine Schwächung erfährt». Die Partei habe stabilisiert werden sollen für die Verhandlungen über eine große Koalition. Beck und er hätten sich «eng und freundschaftlich» abgestimmt. Ihnen beiden liege sehr daran, dass die große Koalition eine gute Arbeit leiste.

Kurt Beck übernimmt die Nachfolge Platzecks. Das SPD-Präsidium habe sich einstimmig für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten ausgesprochen, sagte Platzeck. Die Entscheidung über den Vorsitz werde auf einem Parteitag fallen. «Ich bitte die Mitglieder meiner Partei, sich eng um Kurt Beck zu scharen.»

Platzeck begründete seinen Rücktritt, er habe «zum Jahreswechsel erste Einschränkungen» gesundheitlicher Art hinnehmen müssen. Einen ersten Hörsturz habe er im Januar gehabt, dann seien im Februar ein Kreislauf- und ein Nervenzusammenbruch gefolgt.

Der jüngste Hörsturz von Ende März habe einen «erheblichen Verlust des Hörvermögens» bewirkt «und noch weitere Begleiterscheinungen». Es habe «keine andere verantwortliche Entscheidung» gegeben «als einen Strich zu ziehen».

Platzeck sagte, er «bedauere sehr, dass ich der Verantwortung nicht mehr gerecht werden» konnte. «Ich habe meine Kräfte überschätzt.»

Der bisherige SPD-Vorsitzende will sich nun wieder «mit ganzer Kraft dem Land Brandenburg» widmen, dessen Ministerpräsident er ist.