Platzeck tritt zurück
10.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Platzeck sagte, er habe im vorigen Herbst den Vorsitz übernommen, um gemeinsam mit seinem ersten Stellvertreter Kurt Beck zu verhindern, dass die SPD in einen Strudel gerate oder «irgendeine Schwächung erfährt». Die Partei habe stabilisiert werden sollen für die Verhandlungen über eine große Koalition. Beck und er hätten sich «eng und freundschaftlich» abgestimmt. Ihnen beiden liege sehr daran, dass die große Koalition eine gute Arbeit leiste.
Platzeck begründete seinen Rücktritt, er habe «zum Jahreswechsel erste Einschränkungen» gesundheitlicher Art hinnehmen müssen. Einen ersten Hörsturz habe er im Januar gehabt, dann seien im Februar ein Kreislauf- und ein Nervenzusammenbruch gefolgt.
Der jüngste Hörsturz von Ende März habe einen «erheblichen Verlust des Hörvermögens» bewirkt «und noch weitere Begleiterscheinungen». Es habe «keine andere verantwortliche Entscheidung» gegeben «als einen Strich zu ziehen».
Platzeck sagte, er «bedauere sehr, dass ich der Verantwortung nicht mehr gerecht werden» konnte. «Ich habe meine Kräfte überschätzt.»
Der bisherige SPD-Vorsitzende will sich nun wieder «mit ganzer Kraft dem Land Brandenburg» widmen, dessen Ministerpräsident er ist.

