29.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Berliner Schule kapituliert wegen Schülergewalt
Lehrer werden ignoriert, Türen eingetreten, die deutsche Minderheit als «Schweinefleischfresser» diffamiert - eine Rektorin aus Berlin-Neukölln hat um die Auflösung ihrer Schule gebeten.
Zum ersten Mal hat eine Berliner Rektorin aus Sicherheitsgründen die zeitweise Auflösung ihrer Schule gefordert. In einem von der Gesamtkonferenz einstimmig beschlossenen Brief an die zuständigen Behörden habe sie von einer «nicht mehr kontrollierbaren Schülergewalt» an der Neuköllner Rütli-Schule gesprochen, berichtete der Berliner «Tagesspiegel».
In der jetzigen Schule werde «der Intensivtäter zum Vorbild», heißt es in dem Brief an die Senatsverwaltung für Bildung. Die Stimmung an der Schule sei geprägt von Zerstörung, Gewalt und menschenverachtendem Verhalten – auch gegenüber Lehrern. Selbst die 20 Prozent Schüler deutscher Herkunft - verspottet als «Schweinefleischfresser» - sprächen mittlerweile den gebrochenen Slang ihrer arabischen Kameraden, heißt es.
Die Schüler sollten daher an andere Schulen verteilt werden. Die Rütli-Schule könnte später in neuer Zusammensetzung als neue Schulform wieder eröffnet werden, heißt es.
«Massiver Hilferuf»«So einen massiven Hilferuf hat es noch nie gegeben», sagte der Fachgruppenleiter für Hauptschulen der Bildungsgewerkschaft GEW, Norbert Gundacker.
Die Schulbehörde lehnt der Zeitung zufolge das Ansinnen der Rektorin ab. Die Schule werde jetzt einen Sozialarbeiter bekommen. An der Schule sind den Angaben zufolge weniger als 20 Prozent der Schüler deutscher Herkunft. (nz)