28.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Mädchen mit Handys
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Als Konsequenz aus dem Fund von Gewalt- und Porno-Videos bei Schülern hat Bayern die Handy-Nutzung in Schulen verboten. Für die FDP ist das eine Form von Resignation.
Das bayerische Landeskabinett hat die Benutzung von Handys in Schulen verboten. Die Schüler dürfen ihre Mobiltelefone zwar weiter mitbringen, sie müssen künftig aber auch in den Pausen ausgeschaltet bleiben, sagte Kultusminister Siegfried Schneider am Dienstag in München. Diese Regelung komme dem Wunsch der Eltern entgegen, mit ihren Kindern vor und nach der Schule Kontakt aufnehmen zu können.
Bayern reagiert mit dem Verbot auf mehrere Schul-Razzien, bei denen Dutzende Schüler-Handys mit extremen Gewalt- und Porno-Bildern in Immenstadt und Augsburg gefunden wurden. «Die Schule ist nicht der Ort zum Telefonieren und schon gar nicht für die Verbreitung jugendgefährdender Machwerke», begründete Schneider das Verbot.
CSU-Generalsekretär Markus Söder hatte zuvor ein generelles Handy-Verbot gefordert, damit nicht «Kinder Filme von Vergewaltigungen oder Misshandlungen wie Fußball-Bilder tauschen.»
Kritik aus der FDPDie Bildungspolitische Sprecherin der FDP Bayern, Renate Will, kritisierte das Verbot. Sie nannte es eine «Resignation der Schulpolitik».
«Wenn ein gesellschaftliches Problem auftaucht, fällt der CSU-Staatsregierung scheinbar immer nur ein Verbot ein», heißt es in einer Pressemitteilung der Landes-FDP. Statt die Schulen zu eigenverantwortlicherem Handeln zu ermutigen und Schulsozialpädagogen einzuschalten, antworte das Kultusministerium mit «einfältigen Erlassen». Damit zeige die Landesregierung, dass sie der Bevölkerung nichts zutraue. (nz)