netzeitung.deIntegrationspreis für Schule mit Deutschpflicht

 Herausgeber: netzeitung.de

Schulhof der Hoover-Realschule (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schulhof der Hoover-Realschule
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Berliner Realschule hat den Jahrespreis der Reuter-Stiftung gewonnen. Die Schulleitung hatte Fremdsprachen auf dem Schulhof verboten und damit eine landesweite Debatte ausgelöst.

Die Herbert-Hoover-Realschule in Berlin erhält für ihr Projekt «Deutsch als Schulhofsprache» den Jahrespreis 2006 der Helga und Edzard Reuter-Stiftung. Trotz teilweise negativer Reaktionen in der Öffentlichkeit sehe das Kuratorium der Stiftung «einen beispielhaft mutigen Weg, um das gedeihliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser oder kultureller Abstammung in Deutschland zu fördern», teilte die Stiftung am Mittwoch mit.

Die Stiftung vergibt die Preise für «Leistungen im Dienste der Völkerverständigung zur Integration der Gesellschaft». Der gemeinsame Beschluss von Lehrern, Schülern und Eltern, an der Schule auch außerhalb des Unterrichts nur noch Deutsch zu sprechen, hatte im Januar zu heftigen Debatten in ganz Deutschland geführt. Etwa 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler an der Realschule haben eine andere Muttersprache als Deutsch.

Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird im Herbst in Berlin überreicht. Die Stiftung wurde 1995 errichtet. Edzard Reuter, der Sohn des früheren Regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter, war Vorsitzender des Vorstands der Daimler-Benz AG. (nz)