BND-Ausschuss: Union will «konstruktiv» sein
06.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Bei der Großen Koalition stieß die neuerliche Entwicklung in Sachen BND-Affäre auf unterschiedliche Resonanz. Die Union sagte für den geplanten Untersuchungsausschuss eine «konstruktive Mitarbeit» zu, wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach sagte. «Ein Aufklärungsinteresse gibt es im ganzen Deutschen Bundestag», so Bosbach. Die Regierungsfraktionen seien daran ebenso interessiert wie die Opposition. Er hoffe, dass der Untersuchungsauftrag eng gefasst werde, fügte Bosbach hinzu.
Die SPD verspricht sich indessen keine weitere Aufklärung von einem Untersuchungsausschuss zur BND-Affäre. Fraktionschef Peter Struck sagte, ein solches Gremium werde aus seiner Sicht «nichts Neues bringen». Trotzdem werde seine Fraktion die Ausschussarbeit ernst nehmen. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil nannte einen Untersuchungsausschuss «mehr als überflüssig». Die Aufklärung der Geheimdienstaffäre sei Sache des Parlamentarischen Kontrollgremiums. «Da gehört das Thema hin.» Heil ergänzte, er wisse nicht, was ein Untersuchungsausschuss zusätzlich herausfinden könne.
Nach dem Willen der FDP soll sich der Ausschuss nicht nur mit dem BND-Einsatz in Bagdad befassen. Geklärt werden müssten auch die Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri, die CIA- Gefangenenflüge und Berichte über Verhörgefängnisse in Europa sowie die Vernehmung Terrorverdächtiger durch deutsche Beamte im Ausland.
Die drei Oppositionsfraktionen können nur gemeinsam einen Untersuchungsausschuss durchsetzen. Für die Einsetzung ist ein Viertel aller Bundestagsabgeordneten notwendig. Das wären 154 Stimmen. FDP, Grünen und Linkspartei verfügen insgesamt über 165 Mandate. (nz)

