netzeitung.deNiebel fordert «tiefergehende Wertediskussion»

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Dirk Niebel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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FDP-Generalsekretär Niebel hält nichts von einer neuen «Leitkultur»-Debatte in Deutschland. Er plädierte stattdessen für eine «Vergewisserung über gemeinsame Werte in der globalisierten Welt». Thema: Mohammed-Satire Ägypten verbietet «Spiegel» und «Focus» Schweden schließt Internetseite von Partei «Jyllands-Posten» beurlaubt Kulturredakteur NZ-Forum: «Schnallt Eure Bombengürtel ab!»

Nach Meinung des Generalsekretärs der FDP, Dirk Niebel, ist es nicht hilfreich, den Begriff «Leitkultur» zum Gegenstand der gegenwärtigen Integrationsdebatte zu machen. «Es geht um mehr als einen mehr oder weniger geeigneten mediengerechten, aufregenden Begriff, weil es eine tiefgehende Wertediskussion ist», sagte er der Netzeitung. «Wenn am Ende der internationalen Karikaturen-Krise ein respektvoller Dialog steht zur Vergewisserung über gemeinsame Werte in der globalisierten Welt, dann hat uns diese Krise sogar gestärkt.»

Niebel reagierte damit auf Äußerungen von Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach. Der CDU-Politiker hatte angesichts der heftigen Reaktionen auf die Karikaturen für eine neue Leitkulturdebatte in Deutschland plädiert. «Es wäre schön, wenn wir über dieses Thema noch einmal ruhig, ausführlich und sachlich diskutieren könnten», sagte er der Netzeitung. Leider sei die «lebhafte, sehr emotionale Debatte im Jahr 2000» abgebrochen worden.

Niebel nannte es dagegen «müßig, darüber zu streiten, ob eine Debatte über eine 'Leitkultur'» anstehe, «denn sie ist in vollem Gange». So komme man nicht an der Frage vorbei, ob Europa «gerade wegen der Attraktivität seines friedlichen Zusammenlebens auf der Basis gemeinsamer Werte wie Freiheit, Demokratie, Toleranz ins Fadenkreuz der islamischen Fundamentalisten und Gewaltherrscher geraten» sei. «War es nur eine Frage der Zeit und nicht die Frage des Auslösers von zwölf Zeichnungen, dass eine solche Konfrontation kommen musste?», so Niebel.

Der FDP-Politiker stellte in diesem Zusammenhang heraus, dass alles, was in Deutschland auf den «geistigen Fundamenten der Aufklärung und der Lehren aus den verheerenden Kriegen gewachsen» sei ein «realer Fortschritt» für die Menschen sei. «Die Geschichte des behutsamen Wachsens der Europäischen Union ist die Erfolgsgeschichte einer attraktiven gesellschaftlichen Ordnung», erläuterte Niebel. Man könne daher zu Recht von einem Vorbild sprechen - «ohne jeden Überlegenheitsdünkel, ohne missionarisches Eifern». Sehr wohl sollte man aber «mit Stolz» zur Verteidigung der Werte des freiheitlichen Europa bereit sein.


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