07.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ayyub Axel Köhler
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der neue Zentralratsvorsitzende der Muslime in Deutschland sieht den Streit um die Mohammed-Karikaturen nicht als Problem des Islam. Es gehe um dem Umgang mit Religionen insgesamt.
Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayyub Axel Köhler, hat den Karikaturenstreit als «gesamtgesellschaftliches Problem» bezeichnet. Bei dieser Debatte gehe es um die Glaubensüberzeugungen aller Menschen und nicht nur die der Muslime, sagte Köhler der Netzeitung. «Unsere Gesellschaft hier hat wenig Sensibilität allen Religionen gegenüber».
Die Deeskalation in der Debatte um die umstrittenen Mohammed-Karikaturen müsse daher im Dialog erfolgen, indem ein Konsens «über den Umgang der Medien mit den Glaubensüberzeugungen aller Religionen» geschaffen werde, sagte der Zentralratsvorsitzende. Er begrüßte den Vorstoß verschiedener Politiker zu einem solchen Dialog: «Das ist ein sehr wichtiges Feld, weil Störungen in dieser Debatte friedensgefährdend sind.» Er appellierte an die Muslime Deutschlands und der Welt, sich nicht provozieren zu lassen.
Wie dieser Dialog umgesetzt werden solle, wollte Köhler nicht sagen. Er setze aber eher auf Gespräche als auf Aktionen wie Demonstrationen: «Ich komme aus dem Osten und bin daher demonstrationsgeschädigt, denn da mussten wir immer demonstrieren.»
Zur Lage der entführten deutschen Geiseln im Irak sagte Köhler, der Zentralrat werde «jede Unterstützung» leisten. Solange aber kein Kontakt zu den Entführern bestehe, könne er sich nicht auf konkrete Maßnahmen festlegen. Seine Organisation stehe aber weiterhin mit dem Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Kontakt.
Für das Web ediert von Ann Kathrin Sost